Telekom soll Journalisten auch mit Kameras überwacht haben
Der Konzern steht im Verdacht, illegal die Telefonverbindungsdaten von Vorstandmitgliedern, Aufsichtsräten und Reportern ausgeforscht zu haben, um undichte Stellen zu missliebigen Journalisten aufzuspüren. Über ein Subunternehmen habe die Telekom "die von Ex-Geheimdienstlern gegründete Berliner Wirtschaftsdetektei Desa nach dem Leck suchen lassen" , erklären(öffnet im neuen Fenster) die Redaktionen, die beide zum Gruner-und-Jahr-Verlag gehören.
Im Visier der privaten Fahnder habe vor allem der damalige FTD-Chefreporter Tasso Enzweiler gestanden, der zu dieser Zeit mehrfach exklusive Berichte über die Telekom veröffentlichte. "Über ihn hoffte die Telekom ihre undichten Stellen zu finden. Die privaten Fahnder versuchten sogar, mit versteckter Kamera Hinweise auf Enzweilers Kontaktperson in seinen Redaktionsräumen in Köln zu finden" , heißt es weiter.
Den Spitzelauftrag im Jahr 2000 soll Harald Steininger vergeben haben, der später den Posten des Leiters der Telekom-Konzernsicherheit bekam. Unklar sei aber, in wessen Auftrag er handelte. Vorstandschef war damals Ron Sommer. Steininger wählte laut den Informationen die "Berliner Control Risks Group (CRG) als Partner, die wiederum mit der Desa Investigation & Risk Protection zusammenarbeitete" , wollen die Redaktionen erfahren haben.