VIAs "Isaiah" heißt jetzt "Nano" und taktet bis 1,8 GHz

Der Nano-Prozessor, dessen Name eine offene Anspielung auf Intels Atom-CPU ist, wird von VIA bereits seit 2004 entwickelt und sollte ursprünglich in der ersten Hälfte des Jahres 2006 auf den Markt kommen. Ziel war stets die doppelte Rechenleistung pro Takt im Vergleich zum bisher aktuellen Design C7 , das derzeit vor allem in Mini-Notebooks zum Einsatz kommt. Der Nano ist der erste VIA-Prozessor, der nicht mehr mit einem "C" für das 1999 von VIA eingekaufte Designteam von Centaur versehen ist. CPU-Veteran Glenn Henry, Centaur-Gründer, steckt aber auch hinter dem neuen VIA Nano.
In derzeit fünf Varianten bietet VIA den Nano an. Sie sind - wie bei Intels Namensschema - in die Serien "L" für "Low Voltage" und "U" für "Ultra Low Voltage" unterteilt. Zwar gibt VIA bisher die Spannungen der Prozessoren nicht an, die typische Leistungsaufnahme (TDP) reicht jedoch von 5 Watt bei 1,0 GHz bis zu ganzen 25 Watt bei 1,8 GHz. Das spricht für einen recht weiten Spannungsbereich. Bis zu 1,6 GHz soll der Prozessor, wenn er gerade nichts zu tun hat, eine "Idle Power" von nur 0,1 Watt erreichen. Das würde bei entsprechend optimierten Prozessortreibern für das Betriebssystem bei mobilen Geräten eine lange Akkulaufzeit versprechen.
| VIA Nano | Takt (GHz) | TDP (Watt) | Idle Power (mWatt) |
| L2100 | 1,8 | 25 | 500 |
| L2200 | 1,6 | 17 | 100 |
| U2400 | 1,3 | 8 | 100 |
| U2500 | 1,2 | 6,8 | 100 |
| U2300 | 1,0 | 5 | 100 |
Bei Taktfrequenzen oberhalb von 1,5 GHz liegt der Nano aber schon bei 17 Watt TDP, in der Spitze sind es bei 1,8 GHz sogar 25 Watt. In diesen Regionen spielen aber auch schon Intels Core-2-Duo-Prozessoren mit, die deutlich mehr Rechenleistung bieten. VIA scheut in seinen Whitepapers zum Nano auch den Vergleich mit diesen Oberklasseprozessoren und lässt seine neue CPU nur gegen den eigenen C7 und Intels Celeron-M antreten. Ob man mit dieser Einschätzung aber PC-Spiele wie Crysis spielen kann, wie VIAs Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) zum Nano verspricht, darf bezweifelt werden.
VIA will die fünf Nano-Modelle ab sofort ausliefern und rechnet damit, dass erste PCs damit im dritten Quartal 2008 auf den Markt kommen. Angaben zu den 1.000er-Preisen der Prozessoren wie AMD und Intel macht VIA nicht.



