Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Amtierender Telekom-Chef soll von Bespitzelung gewusst haben

Noch unter Obermann wurde Affäre vertuscht. In dem Abhörskandal bei der Deutschen Telekom gerät nun auch Vorstandschef René Obermann ins Zwielicht. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, sei noch unter Obermann zuerst versucht worden, die Affäre nach außen hin zu vertuschen, als im Sommer 2007 die ersten Vorwürfe wegen illegaler Bespitzelung eines Journalisten offengelegt wurden.
/ Achim Sawall
21 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Ein Konzernsprecher räumte ein, die Telekom habe die betroffene Redaktion nicht unterrichtet, um die Öffentlichkeit aus dem Fall herauszuhalten. "Die Telekom hat die Redaktion damals nicht informiert" , sagte der Telekom-Sprecher dem Blatt(öffnet im neuen Fenster) . Rückblickend könne dies kritisch hinterfragt werden. "Wir sind damals aber davon ausgegangen, dass es sich um einen Einzelfall handelt" , sagte er. Der betroffene Redakteur des Magazins Capital war erst vor einigen Tagen von dem Bonner Unternehmen informiert worden.

Der Fall Capital wurde bei der Telekom bereits im Sommer 2007 durch einen internen Hinweis bekannt. Obermann entließ daraufhin den Chef der Sicherheitsabteilung und reorganisierte die Konzernsicherheit um.

Obermanns Vorgänger Kai-Uwe Ricke sagte dem Blatt: "Ich habe zu keinem Zeitpunkt einen Abgleich von Telefondaten in Auftrag gegeben." Er habe dem Leiter der Konzernsicherheit aber die Order gegeben, undichte Stellen zu finden, denn es seien wiederholt sensible Informationen an die Öffentlichkeit gelangt. "Ich sah es als meine Pflicht an, etwas zu unternehmen" , sagte Ricke.

Obermann habe mit den Vorgängen aus 2005 nichts zu tun, erklärte das Unternehmen. "Bei der Aufklärung in 2007 hatte René Obermann deswegen auch nichts zu verbergen. Entsprechende Spekulationen weist das Unternehmen klar zurück."


Relevante Themen