FTD: Illegaler Exklusivvertrag von Intel mit Media Markt
Gemeint ist damit offenbar das Programm "Intel Inside", das 1991 startete und von Intel nicht völlig transparent gehandhabt wird. Nach Aussagen von PC-Herstellern gegenüber Golem.de handelt es sich um Werbekostenzuschüsse für sämtliche Anzeigen in Print, Online, Radio und Fernsehen. Abhängig von der Größe des Intel-Logos beziehungsweise der Dauer der Präsentation in Werbespots wird ein Teil der Werbekosten von Intel bezahlt. Weitere Boni gibt es beispielsweise für die Intel-Aufkleber auf den Rechnern.
Dieses in der Branche auch als "Intel-inside-Money" bezeichnete Geld wird jedoch nur selten direkt von Intel gezahlt. Vielmehr wird es als Rabattguthaben mit künftigen Einkäufen von Intel-Produkten verrechnet. Die Höhe dieser Rabatte ist dabei Verhandlungssache - und liegt damit letztendlich im Ermessen von Intel. Zudem wird durch die vorläufige Einbehaltung der Zuschüsse ein PC-Hersteller langfristig an Intel gebunden. Im Falle von Media Markt waren die Intel-Zuschüsse laut der FTD "in der Bilanz so trickreich verschleiert, dass sie nicht einmal den Wirtschaftsprüfern von KPMG aufgefallen sind."
Das alles wäre noch nicht unbedingt illegal, im Falle der Verbindung von Media Markt jedoch sowohl nach deutschem wie europäischem Recht angreifbar. So verbietet der EG-Gründungsvertrag (PDF) in Artikel 82 "die missbräuchliche Ausnutzung einer beherrschenden Stellung auf dem gemeinsamen Markt". Diese marktbeherrschende Stellung dürfte bei Intel mit einem weltweiten Marktanteil von rund 80 Prozent und laut FTD 40 Prozent der PC-Absätze in Deutschland durch Media Markt gegeben sein.
Die EU untersucht die Verbindung der beiden Unternehmen seit längerem. So kam es im Februar 2008 zum zweiten Mal zu Durchsuchungen von Intel-Büros in Europa. Bei der letzten derartigen Aktion wurde die EU auch bei Media Markt vorstellig. Im Falle einer Verurteilung der Geschäftspraktiken durch die EU oder deutsche Richter drohen beiden Unternehmen Strafen in Milliardenhöhe. Konkurrent AMD klagt bereits seit Jahren gegen Intels Methoden und führt auch die eigene Nichtexistenz bei Media Markt als Teil der Beschwerdegründe an. Nach Informationen der FTD will die EU verstärkt gegen Intels Geschäftspraktiken vorgehen und eine entsprechende Entscheidung im Spätsommer bekanntgeben.
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Ist ja ekelhaft. xD
Da lässt sich Konkurrenz nicht so leicht unterdrücken.
Ich zähle mich ab 1.8. ebenso zu den Ex-Mitarbeitern von Media Markt. Gottseidank...
Ist eine Frage des Budgets, genau. Und wenn dein Chef mehr Investitionen zulässt, kannst...