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Gesichtsbearbeitung: Facelifting ohne Schmerzen

Glückliche Gesichter mit wenig Aufwand. Mit dem FaceFilter 2.0 hat Reallusion ein Programm vorgestellt, das Gesichtsausdrücke ändern soll. Nicht immer gelingt eine Porträtaufnahme wie gewünscht. Die fotografierte Person lächelt nicht, die Pose wirkt aufgesetzt. Hier schlägt die große Stunde von Spezialsoftware wie dem FaceFilter.
/ Andreas Donath
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Der für Windows 2000/XP und Vista konzipierte FaceFilter 2.0 lässt sich problemlos installieren und zeigt nach dem ersten Start eine kurze Einführungshilfe an, mit der seine Funktionsweise erläutert wird.

Zunächst steht die Erzeugung einer Gesichtsmaske im Vordergrund. FaceFilter versucht, automatisch die Position von Augen, Nase und Mund festzustellen. Gelingt dies nicht auf Anhieb, lässt sich manuell nachhelfen. Dazu werden Markierungen an markanten Gesichtsstellen gesetzt. Eine eingeblendete Anleitung hilft dem Anwender weiter.

Im nächsten Schritt lässt sich die Haut des Fotomotivs verbessern. Hierzu steht ein Filterpaket zur Verfügung, das Glanzstellen, die beispielsweise beim Blitzen entstehen, ausbügeln soll. Auch grobporige Haut wird mit einem Glättungsfilter wegpoliert. Sogar der Hautton kann mit einer überraschend echt wirkenden Sonnenbräune verbessert werden. Bei vielen Aufnahmen bietet es sich an, die Maskierung vorher manuell auch auf Hände und Halspartie zu erweitern, um deren Hauttöne ebenfalls zu berücksichtigen. Eine Farbkorrektur sowie eine Schattenaufhellung sind ebenfalls im Leistungsumfang enthalten.

Die Augenfarbe lässt sich ebenfalls modifizieren. Dazu wird die Pupillenposition und -größe automatisch analysiert. Manuelle Eingriffe waren bei unseren Tests jedoch unumgänglich. Bei besonders dunklen Augen ließ sich kein befriedigendes Umfärbeergebnis erzielen. Auch zusammengekniffene Augen stellen die Software vor unlösbare Probleme: Die Pupillen lassen sich kaum ohne hässliche Farbspuren auf den Augenlidern umfärben. Die Automatik wird ebenfalls zur Beseitigung von roten Blitzaugen eingesetzt.

Die restlichen Hautmanipulationsmöglichkeiten sind nur begrenzt nützlich. Eine Cloning-Funktion, die in Photoshop und Co. zum Ausbessern von Pickeln und Muttermalen genutzt wird, lässt das Programm vollständig vermissen. FaceFilter unterstützt Bilder mit bis zu 12 Megapixeln und speichert sie in den Formaten BMP, JPG und GIF.

Die eigentliche Ausdrucksmanipulation folgt dem Hautverbesserungsprozess, der wahlweise übersprungen werden kann. Die Ausdrucksmöglichkeiten sind schier unbegrenzt. Mehrere Dutzend vorgefertigte Schablonen wurden bereits integriert und sind per Mausklick abrufbar. Der Hersteller nimmt für sich in Anspruch, die Bewegung einzelner Muskelbereiche des Gesichts individuell simulieren zu können. Die Stirn legt sich zum Beispiel in Falten, wenn die Nase gerümpft wird. Die Wangen verändern sich, wenn ein Lächeln aufgesetzt wird. Die Umsetzung ist erstaunlich realistisch – übertreiben lässt es sich mit den vorgefertigten Mustern jedoch schnell.

Unschöne Verzerrungen und ein gespenstisches Aussehen sind die Folge, wenn der angehende Schönheitschirurg allzu gewagte Manipulationen versucht. Proportion und Breite des Gesichts lassen sich ebenfalls anpassen und die Person wesentlich schlanker – oder im umgekehrten Fall – fülliger erscheinen.

Wer mit dem FaceFilter arbeitet, muss sich erst einmal an die Oberfläche des Programms gewöhnen, die von der üblichen Windows-Struktur stark abweicht. Zudem ist das Programm so aufgebaut, dass fast alle Bearbeitungen hintereinander stattfinden. Einige Probleme bereiten die inkonsequent verteilten Standardbedienelemente – die Lupen sitzen mal über, mal unter den Vorschaubildern, die allesamt einen zu geringen Ausschnitt zeigen. Dennoch sind die Ergebnisse beim vorsichtigen Umgang mit den Einstellungen beeindruckend gut und die Manipulationen nur mit geübtem Auge erkennbar.

FaceFilter 2.0 ist ab sofort als Downloadversion in deutscher Sprache für rund 40 Euro unter www.reallusion.com/de(öffnet im neuen Fenster) erhältlich. Wer die Schachtelversion im Laden kaufen möchte, muss sich noch bis Mitte Juni 2008 gedulden.


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