Abo
  • Services:
Anzeige

Große Sicherheitslücken bei US-Energieversorger

Deutsche Energieversorger achten besser auf IT-Sicherheit

Eine US-Aufsichtsbehörde hat gravierende Sicherheitsmängel bei einem staatlichen Energieversorger aufgedeckt. Dieser hatte unter anderem seine Leittechnik an das mit dem Internet verbundene Firmennetz angeschlossen. Beide Systemen waren zudem nur unzureichend gesichert. Deutsche Energieunternehmen sagen, dass sie ihre Systeme besser sichern.

Das Szenario scheint aus einem Hollywood-Film wie Stirb langsam 4.0: Cracker dringen in die Rechner eines Stromversorgers ein und schalten per Mausklick Millionen Menschen den Strom ab. Doch das ist keine Fiktion, sondern durchaus im Rahmen des Möglichen, wie das US Government Accountability Office (GAO) herausgefunden hat.

Anzeige

Nach einem Bericht der Kontrollbehörde weisen die Systeme der Tennessee Valley Authority (TVA) signifikante Sicherheitslücken auf. Das gelte, so das GAO, für das Firmennetz ebenso wie für die Systeme zur Steuerung der Kraftwerke und des Stromnetzes. Die staatliche TVA ist der größte Stromerzeuger der USA, der 8,7 Millionen Kunden im Südosten des Landes mit elektrischem Strom beliefert.

Die GAO-Ermittler fanden Sicherheitsmängel auf allen Ebenen. So fehlten auf diversen Arbeitsplatzrechnern wichtige Aktualisierungen von Sicherheitssoftware. Das Firmennetz war nur unzureichend geschützt, das System, das Eingriffe in das Netz registriert, war unzureichend. Auch die Systeme zur Steuerung der Kraftwerke und Netze wiesen eklatante Mängel auf. So waren dort Firewalls nicht richtig konfiguriert oder wurden gleich umgangen. Passworte wurden nicht wirksam angewendet. Außerdem fehlte ein effektiver Virenschutz.

Wie die GAO-Ermittler weiter feststellten, waren fehlende oder unzureichende Sicherheitsmechanismen nicht die einzige Schwachstelle bei der TVA. Das Unternehmen hatte zudem das an das Internet angeschlossene Firmennetz und Netz für die Steuerung der Stromerzeugungssysteme miteinander verbunden. Das erhöhe das Risiko, dass bei einem Angriff auf das Firmennetz "die Sicherheitslücken im Unternehmensnetz diese Kontrollsystreme in Mitleidenschaft ziehen" könnten. Die Systeme, die die kritischen Infrastrukturen der TVA steuern, seien deshalb dem "erhöhten Risiko unbefugter Eingriffe oder Störungen sowohl von innen aus als auch von außen" ausgesetzt, resümierte das GAO.

Grund für die Sicherheitslecks sei, dass die TVA "wichtige Elemente ihres Informationssicherheitsprogramms nicht lückenlos implementiert" habe. So fehlte etwa ein vollständiges Inventar der Kontrollsysteme. Die Unachtsamkeit war nach den Erkenntnissen des GAO nicht auf die Computer beschränkt. Auch die Einrichtungen der TVA waren häufig nicht adäquat gesichert.

Nach den Recherchen von Golem.de scheint das Sicherheitsbewusstsein deutscher Energieversorger deutlich stärker ausgeprägt. Zwar mögen sich die Stromerzeuger ungern in die Karten schauen lassen, der baden-württembergische Energieversorger EnBW erklärte gegenüber Golem.de jedoch, dass er seine Leittechnik vom Internet "komplett entkoppelt" habe. Dazu gehören alle IT-Systeme in den Kraftwerken, die für die Stromproduktion genutzt werden. Das sei, so EnBW, bei den Energieversorgern in dem südwestlichen Bundesland Standard. Insider sagen, die anderen großen Energieversorger handhabten das vergleichbar. Dort wo Verbindungen bestünden, würden diese sehr gut abgesichert.

Christoph Hübner, ein Sprecher des Bundesinnenministeriums, wies zudem daraufhin, dass die Energieversorger gesetzlich verpflichtet sind, die Stromversorgung zu gewährleisten und auch deshalb ihre Leitsysteme entsprechend sichern müssten. "Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass die Stromversorgungssysteme in Deutschland sicher gegenüber IT-Angriffen sind", sagte Hübner gegenüber Golem.de.

Das GAO hatte die Sicherheitssysteme der TVA im Auftrag eines Ausschusses des US-Repräsentantenhauses überprüft. Das GAO ist eine dem Kongress unterstellte Kontrollbehörde, die nach eigenen Angaben überprüft, "wie die Bundesregierung mit dem Geld der Steuerzahler umgeht." Im April 2008 deckte die GAO auf, dass über die Webangebote von eBay und Craigslist brisante militärische Technik verkauft wird.


eye home zur Startseite
Trios 28. Mai 2008

nur keine Panik! Einen Insider kann so eine Meldung/Feststellung beim besten Willen...

adlerweb 28. Mai 2008

War es nicht so, das vor einiger Zeit daran einiges geändert wurde? Ich kann jetzt keine...

Bouncy 28. Mai 2008

ja das kommt davon, wenn die konservativen deutsch-fanatiker aufschreien und fordern...

ichse 28. Mai 2008

Weil du ne Krabbe bist!

Alexxax 27. Mai 2008

Fällt niemanden auf, dass schon in Matrix reloaded so stumpfe hacks gereicht haben...? xD



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch Starter Motors Generators GmbH, Schwieberdingen
  2. thyssenkrupp AG, Essen
  3. Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main
  4. Stadt Esslingen am Neckar, Esslingen am Neckar


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 47,99€
  2. 9,99€
  3. 49,99€

Folgen Sie uns
       

  1. Amazon Channels

    Prime Video erhält Pay-TV-Plattform mit Live-Fernsehen

  2. Bayerischer Rundfunk

    Fernsehsender wollen über 5G ausstrahlen

  3. Kupfer

    Nokia hält Terabit DSL für überflüssig

  4. Kryptowährung

    Bitcoin notiert auf neuem Rekordhoch

  5. Facebook

    Dokumente zum Umgang mit Sex- und Gewaltinhalten geleakt

  6. Arduino Cinque

    RISC-V-Prozessor und ESP32 auf einem Board vereint

  7. Schatten des Krieges angespielt

    Wir stürmen Festungen! Mit Orks! Und Drachen!

  8. Skills

    Amazon lässt Alexa natürlicher klingen

  9. Cray

    Rechenleistung von Supercomputern in der Cloud mieten

  10. Streaming

    Sky geht gegen Stream4u.tv und Hardwareanbieter vor



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Blackberry Keyone im Test: Tolles Tastatur-Smartphone hat zu kurze Akkulaufzeit
Blackberry Keyone im Test
Tolles Tastatur-Smartphone hat zu kurze Akkulaufzeit
  1. Blackberry Keyone kommt Mitte Mai
  2. Keyone Blackberrys neues Tastatur-Smartphone kommt später
  3. Blackberry Keyone im Hands on Android-Smartphone mit toller Hardware-Tastatur

The Surge im Test: Frust und Feiern in der Zukunft
The Surge im Test
Frust und Feiern in der Zukunft
  1. Wirtschaftssimulation Pizza Connection 3 wird gebacken
  2. Mobile-Games-Auslese Untote Rundfahrt und mobiles Seemannsgarn
  3. Spielebranche Beschäftigtenzahl in der deutschen Spielebranche sinkt

Redmond Campus Building 87: Microsofts Area 51 für Hardware
Redmond Campus Building 87
Microsofts Area 51 für Hardware
  1. Windows on ARM Microsoft erklärt den kommenden x86-Emulator im Detail
  2. Azure Microsoft betreut MySQL und PostgreSQL in der Cloud
  3. Microsoft Azure bekommt eine beeindruckend beängstigende Video-API

  1. Re: Hähhh...

    Ninos | 03:04

  2. Re: Die Bandbreite ist eine Sache, die Latenz...

    -fraggl- | 03:01

  3. Re: Bin ich eig. der einzige, der an die Traffic...

    sofries | 01:53

  4. Re: Frequenzvermüllung

    ShaDdoW_EyE | 01:51

  5. Fake News?

    Friedhelm | 01:43


  1. 00:01

  2. 18:45

  3. 16:35

  4. 16:20

  5. 16:00

  6. 15:37

  7. 15:01

  8. 13:34


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel