Interview: Im Internet ist Platz für alle
Golem.de: Es gibt es eine Reihe von ARD-Sendungen, die nicht über das Internet abgerufen werden können. Warum sind beispielsweise die Bundesliga oder Prestige-Produktionen wie Schmidt und Pocher dort nicht oder nur teilweise vertreten?
Wiedemann: Schmidt und Pocher werden live gestreamt und es gibt ein Best-of der Sendung im Netz. Es geht auch hier wieder um die Rechte und die Kosten. Wir müssen im Rahmen unserer Ausgaben immer eine Abwägung treffen, wofür wir die Rundfunkgebühren unserer Zuschauer sinnvoll ausgeben. Wir können es nicht finanzieren, alle Inhalte einzustellen und müssen daher eine Auswahl treffen. Bei der Bundesliga, wo die Rechtepakete gestückelt werden, hat die ARD im Fernsehen ja nur Zweitverwertungsrechte. Wir dürfen dort die Spiele nicht live zeigen, sondern nur als Zusammenfassungen in der Sportschau. Wir kaufen auch für das Fernsehen immer nur die Rechte ein, die wir im Rahmen unseres Auftrags und nach Maßgabe des verantwortungsvollen Umgangs mit den Rundfunkgebühren vertreten können.
Golem.de: Wenn die ARD dürfte, wie sie wollte: Wie würde das ARD-Onlineangebot dann aussehen? Was würden Sie inhaltlich, was technisch machen?
Wiedemann: Man sieht auf unseren Webseiten schon sehr viel von dem, was wir den Gebührenzahlern anbieten müssen, um sie auch in Zukunft zu erreichen. Wir haben mit der Mediathek ein zentrales Portal geschaffen, über das unsere Nutzer auf die Inhalte der Landesrundfunkanstalten und des Ersten zugreifen können. In Zukunft müssen wir neue digitale Angebote durch den sogenannten "Drei-Stufen-Test" schicken und durch die Rundfunkgremien genehmigen lassen.
Inhaltlich wollen wir das, was redaktionell und journalistisch wertvoll und für unsere Nutzer interessant ist, bereitstellen.
Golem.de: Was verstehen Sie unter redaktionell und journalistisch wertvollen Inhalten?
Wiedemann: Wertvoll sind alle unsere Inhalte. Aber die publizistische Relevanz verändert sich mit der Zeit. Das, was aktuell gesendet worden ist, würden wir gern für mindestens sieben Tage einstellen.
Ob wir dem Nutzer auch darüber hinaus Inhalte längerfristig bereitstellen wollen, hängt dann von deren journalistischer Relevanz ab. Inhalte, die wir in planet-wissen.de oder planet-schule.de einstellen oder die bereits erwähnten Themenwochen-Seiten sollten unserer Meinung nach nachhaltig auch im Netz verfügbar sein. Das gilt auch für Angebote aus der Kultur. Künstlerporträts werden ja nicht weniger interessant für den Nutzer, nur weil sie vor sieben Tagen gesendet worden sind. Solche Inhalte, die auf Dauer von Interesse sind, möchten wir bis zu zwölf Monaten einstellen.
Zudem wollen wir ein Onlinearchiv aufbauen. Wir haben in unseren Archiven ja viele interessante zeitgeschichtliche Dokumente, etwa zur Geschichte der DDR. Nach welchen Kriterien dieses Archiv zugänglich wäre und welche Inhalte wir darin vorhalten, müssten wir allerdings erst mit dem Gremien klären. Das ist also ein Projekt für die Zukunft.
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Ja, das ursprüngliche Video des Jurastudenten hatte ich hier bereits gepostet...
Mir ist schleierhaft, welchen Zusammenhang Du hier verkrampft suchst. Du meinst, Du...
Dieser Service besteht ja bereits, und deshalb ist die Gebühr auch eigentlich...
Welch ein nichtssagender Ausspruch. Es geht darum das die OeR an die 8 Mrd via Buerger...