Telekom soll Aufsichtsräte und Journalisten bespitzelt haben
Eine Berliner Beratungsfirma sollte die Daten auswerten und mit den Telefonnummern von Journalisten abgleichen. Über den Skandal, der an das Vorgehen der Hewlett-Packard-Konzernführung in den USA im Jahr 2006 erinnert, berichtet das Nachrichtenmagazin der Spiegel.(öffnet im neuen Fenster)
Vor wenigen Wochen sollen demnach erste interne Ermittlungen bei der Telekom angelaufen sein. In einem Fax der Berliner Firma heißt es laut Spiegel: Ziel der Spähoperationen "Clipper", "Rheingold" und einiger anderer "Nebenprojekte" sei die "Auswertung mehrerer hunderttausend Festnetz- und Mobilfunk- Verbindungsdatensätze der wichtigsten über die Telekom berichtenden deutschen Journalisten und deren private Kontaktpersonen" gewesen.
Telekom-Chef René Obermann habe nach einer ersten Prüfung die Bonner Staatsanwaltschaft eingeschaltet, die inzwischen die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens prüft. Eingeschaltet wurde laut dem Bericht auch das Kanzleramt, das Bundesfinanzministerium und Teile des Aufsichtsrats. Offiziell hat die Telekom gegenüber dem Blatt bestätigt, den Vorgang an die Ermittlungsbehörden weitergeleitet zu haben, ohne aber zu Einzelheiten Stellung zu nehmen. Alle kritischen Vorgänge hätten sich vor der Amtzeit Obermanns abgespielt.
"Ich bin über die Vorwürfe zutiefst erschüttert. Wir nehmen den Vorgang sehr ernst", so Obermann in einer offiziellen Stellungnahme.
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