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60 Minuten: Age of Conan

Erste Schritte in der frisch eröffneten Welt von "Hyborian". Die Server sind eröffnet: Mit Age of Conan – Hyborian Adventures startet das wichtigste Massively Multiplayer Online Role Playing Game seit Herr der Ringe Online den Betrieb. Golem.de hat sich mit der Verkaufsversion am ersten Verkaufstag als Barbar durch die virtuelle Welt gekloppt.
/ Peter Steinlechner
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Selbst große Helden dürfen bei Age of Conan nicht gleich kämpfen: Wer das Spiel von den beiden DVDs installiert hat, muss erstmal Updates runterladen – und zwar fast 800 MByte. Immerhin klappte das aufgrund der schnellen Funcom-Server ohne weitere Probleme, und auch die Webregistrierung war zumindest am Morgen noch ohne technische Schwierigkeiten möglich. Nicht schön allerdings: Obwohl das Spiel einen kostenlosen Probemonat enthält, müssen Spieler sich bereits jetzt für die Dauer ihres Abos entscheiden und gleich die Bezahlweise angeben; hierzulande lässt sich das Conan-Konto per Kreditkarte, Bankeinzug oder mit Prepaid-Codes auffüllen.

Age of Conan – Gameplay-Trailer
Age of Conan – Gameplay-Trailer (02:02)

Die Charaktererstellung spielte auf einer Art Galeere – ein deutlicher Hinweis darauf, dass wir in die Rolle eines entlaufenen Sklaven schlüpfen werden. Wir haben die Wahl zwischen drei menschlichen Völkern, Mann oder Frau, vor allem aber zwischen zwölf Klassen – die sich grob an den gängigen Einteilungen von MMORPGs orientieren, so gibt es sowohl Nahkampfsoldaten als Tank, als auch Priester als Heiler, sowie einige Hybride. Wir entscheiden uns für einen männlichen Barbaren, der als Unterklasse der Schurken gilt, weil er auch schleichen und Hinterhalte legen kann. Dann verpassen wir unserem Alter Ego noch Frisur, Bart, ein riesiges Kinn und fies blickende Augen. Wenig später spült uns das kurze Ingame-Intro nach einem Schiffbruch an ein unbekanntes Ufer.

Dort begrüßt uns jemand mit ein paar freundlichen Worten, dann sind wir allein in der neuen Welt – finden aber gleich hübsche Begleitung. Die liebreizende Casida, ein Freudenmädchen aus der nahen Stadt Tortage, steht gefesselt im Eingangsbereich des Dschungels. Nach dem Multiple-Choice-Gespräch mit ihr stehen unsere ersten Missionen im Journal: Schlüssel für ihre Fesseln finden, dann den Sklavenmeister Saddur finden, und Tortage betreten. Dann schnappen wir uns den ersten Feind, einen Plünderer direkt am Meeresufer: Wir nähern uns, markieren ihn mit der rechten Maustaste und schlagen dann zu. Und zwar mit den Nummerntasten – 2 prügelt geradeaus zu, die beiden Tasten daneben seitlich. Was das an Effektivität für einen Unterschied macht, wird nicht klar – aber immerhin würde der Hieb nicht nur den gerade aktivierten Gegner schädigen, sondern alle Feinde in Reichweite – anders als etwa bei World of Warcraft. In Age of Conan spielt das zwar beim ersten Opponenten keine Rolle, aber wir haben es recht bald mit durchaus größeren Gruppen zu tun.

Einen weiteren Teil der ersten Stunde verbringen wir damit, im Startgebiet nach Saddur zu suchen und ihn zu töten, einem fies aussehenden Monster einen Schlüssel abzuknöpfen und uns von der mittlerweile befreiten Casida – die uns, ohne Gefahr für sich, automatisch folgt – bei besonders schönen Kampfszenen tüchtig beklatschen zu lassen. Wir finden allmählich ein paar Bekleidungsstücke, etwa Hosen und ein schickes blaues Bandana. Und klettern allmählich im Level – bis auf Stufe 5 schaffen wir es. Das bringt unserem Barbaren einige Sonderattacken ein, die sogar automatisch auf der Shortcut-Leiste landen – besonders angenehm finden wir "Schmettern", das Feinde ein paar Meter zurückstößt und uns so im Getümmel mehr Platz verschafft. Pro Levelaufstieg dürfen wir außerdem 20 Fähigkeitenpunkte auf Gesundheits- und Ausdauer-Regeneration verteilen. Später kommen noch Laufgeschwindigkeit, Klettern, Verstecken und weitere hinzu, wobei uns das Programm komplett im Dunkeln lässt, ob "Klettern" wirklich wichtig ist, oder nur ein nettes Gimmick, das uns ab und an mal einen Zaubertrank einbringt. Überhaupt, mit den Hilfen zum Einstieg sind wir nicht ganz zufrieden: Das Programm lässt zu viele offene Fragen zum Kampfsystem und eben zum Skillen – auch das Handbuch liefert nicht alle benötigten Infos.

 
Audio: Age of Conan – Dreckiger als WOW (3:09)

Nachdem der Sklavenhändler Saddur erledigt ist, unternehmen wir die letzten Schritte in unserer Einstiegsinstanz, erledigen noch ein paar Bergaffen und stehen dann vor den äußeren Stadtmauern von Tortage. Hier verabschiedet sich Casida von uns, wir schreiten durch ein Tor und das Spiel lädt neue Leveldaten in den Speicher. Dann stehen wir im Gebiet zwischen Stadt und Mauer, das ganz schön groß ist, und außerdem auch andere Spieler enthält. Die können wir allerdings, selbst im PvP-lastigen Age of Conan, nicht angreifen. Dafür müssen wir in die Innenstadt und unsere Sklaveneisen an den Handgelenken loswerden. Der Schmied will uns gerne helfen, aber vorher braucht er noch ein paar Steine aus dem nahen Bruch. Auf dem Weg dorthin ereilt uns zum ersten Mal der Tod, was allerdings nicht weiter stört, weil wir nur wenige Meter weiter auf einem Wiederbelebungsstein ohne irgendwelche Strafabzüge reinkarnieren.

Nachdem der Schmied die Steine hat, befreit er uns von letzten Zeichen unseres Sklavendaseins – wir sind frei! Und dürfen endlich in die Stadt, die grafisch einen prächtigen Eindruck macht! Detailreiche Bambushütten warten freundlich auf uns, im Hintergrund steht eine riesige Burg. Überhaupt, in Sachen Grafik zeigt Age of Conan einige Stärken: Der Dschungel wirkt wunderbar lichtdurchflutet und sehr stimmungsvoll, die Gegner detailreich und glaubwürdig. Größere Bugs haben wir in unserem ersten Abstecher zu Conan keine gefunden. Lediglich beim Kämpfen gab es zweimal kleinere Probleme: Einmal wollte ein Gegner uns partout nicht sehen, obwohl wir direkt vor ihm standen, einmal wollte unsere Figur gar nicht mehr mit dem Säbelschwingen aufhören.

In der Rubrik "60 Minuten" nehmen wir aktuelle Titel direkt nach der Veröffentlichung in der offiziellen Verkaufsversion für eine Stunde unter die Lupe – Auspacken und Installieren nicht eingerechnet. Einen Test kann dieser "erste Eindruck" zwar nicht ersetzen, gibt aber schon einmal Aufschluss darüber, was die Spieler nach dem Start erwartet.


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