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Interview: Nintendo hat Branche einen Bärendienst erwiesen

Golem.de: Wie viel wollen Sie in Deutschland von MGS 4 absetzen?

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Schneider: Wir werden Guns of the Patriots zunächst mehr als 100.000-mal rausstellen, über die Zeit werden wir da aber noch ordentlich draufpacken. Ich will auch im November noch MGS 4 verkaufen! Wir kommen dieses Jahr aber auch noch mit den Highlights Silent Hill Homecoming und Hellboy, Letzteres direkt zum Kinofilm. Und wir setzen auch unsere Fußballserie Pro Evolution Soccer fort. Natürlich haben wir auch noch weitere Titel, gerade freue ich mich zum Beispiel über Dancing Stage für die Wii. Wir sind damit bei Platz 11 eingestiegen und jetzt auf Platz 10. Wir könnten noch viel mehr verkaufen, wenn wir nicht ausverkauft wären! Bislang haben wir davon nur 6.000 rausgestellt, und viele Händler haben es nur für ihre größten Häuser genommen. Nicht auszudenken, wo wir damit jetzt schon stünden, wenn wir 30.000 riskiert hätten! Jetzt musste ich eben auf die Nachlieferung warten.

Golem.de: In Sachen Nachlieferung hilft Ihnen also die räumliche Nähe zu Nintendo nichts.

Schneider: Nein. Ich hätte gerne eine Lieferzeit von zwei bis drei Wochen, statt von vier bis fünf. Das Thema Nachlieferung ist im Moment schlimmer denn je. Einmal hat Nintendo selbst Riesenmengen an eigenen Spielen zu produzieren. Und natürlich hat es auch einen gewissen Reiz, ausverkauft zu sein. Das heißt ja auch, erfolgreich zu sein. Ich glaube nicht, dass Nintendo das in den Griff bekommt. Damit zwingt Nintendo die Publisher natürlich ein wenig, weiter vorauszuplanen und im Zweifel ein etwas größeres Risiko zu fahren.

Golem.de: Warum fällt es der Xbox 360 so schwer, sich in Deutschland durchzusetzen?

Schneider: Microsoft hat nicht begriffen, wie sehr es darauf ankommt, eine Konsole emotional aufzuladen. Es ist nicht gelungen, das übermächtige Image der PlayStation zu brechen. Und auch wenn mir als Publisher die Strategie "Software sells Hardware" gut gefällt und sie im Verlauf des Produktzyklus auch sicher richtig ist: Am Anfang müssen die Leute auf das Gerät selbst warten! Ich habe auch nicht genug Marketing für die Xbox 360 gesehen. Die Technik des Geräts ist gut, aber nicht sehr gut - man darf die Lautstärke der Konsole nicht unterschätzen. Die Zusammenarbeit mit Microsoft war gut, davon könnten sich andere eine Scheibe abschneiden. Aber das Image und das Profil wurde nicht genügend geschärft und folglich auch nicht kommuniziert.

Golem.de: Wo wollen Sie hin mit Konami in den nächsten drei Jahren?

Schneider: Marktanteile oder Platzierungen sind mir relativ egal. Was bringt mir ein Marktanteil von einem schrumpfenden Markt? Ich glaube, dass Konami ein sehr stabiler Partner für den Handel ist. Wir haben immer mal wieder Überflieger, wir haben aber auch immer ein solides Grundportfolio. Wenn Sie mich fragen, wo ich in drei Jahren sein möchte: gerne wieder hier in diesem Sessel, um mit Ihnen über ein weiteres tolles Konami-Spiel zu sprechen.

[von Jörg Langer, u.a. ehemaliger Chefredakteur von GameStar und stellv. Chefredakteur von PC Player. Heute arbeitet er als freier Journalist sowie Berater. Dieses Interview erschien in Ausgabe 6/2008 unseres Partnermagazins IGM (International Games Magazin)]

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Trurl 28. Mai 2008

Da kam und kommt so einiges. Jedenfalls so viel das ich als Normalspieler die ganzen...

Wursting 28. Mai 2008

Seit folgender Aktion möchte ich mit Produkten von Konami nichts mehr zu tun haben...

Hellhound 27. Mai 2008

"Martin Schneider ist Verkaufs- und Vermarktungsleiter der Konami Digitale Unterhaltung...

McManiac 27. Mai 2008

Fand ich auch ganz nett. Habe dann mal Bestzeiten zu meiner aktiven Zeit aufgestellt...

lerpo 27. Mai 2008

Bei mir herrschen dann auch die 50er. Was ich für Diskussionen mit meiner Frau führen...


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