Interview: Nintendo hat Branche einen Bärendienst erwiesen

Golem.de: Zumal die neue Zielgruppe nicht sehr häufig neue Software zukauft.

Schneider: Nicht umsonst ist WiiPlay das meistverkaufte Wii-Spiel. Das versteht die Casual-Zielgruppe: ein zweiter Controller und mehrere Minispiele dabei. Und das reicht dann zusammen mit Wii Sports für lange Zeit. Insoweit wünsche ich der Branche viel Spaß dabei, wenn jetzt alle stark in die Casual-Ecke wollen. Denn die neue Zielgruppe wird diese Casual-Spiele gar nicht wahrnehmen, solange dafür keine TV-Werbung geschaltet wird. Was ich Nintendo hoch anrechne, ist nicht die Erweiterung der Zielgruppe, sondern die Erweiterung der Wahrnehmung in der Öffentlichkeit: Plötzlich redet jeder über Videospiele, die Berührungsängste schwinden. Rein politisch ist das toll für die Branche, und das bringt mir viel mehr als eine Käuferschicht, die für mich kaum erreichbar ist.

Golem.de: Viele Hardcore-Spiele gibt es bislang nicht für die Wii.

Schneider: Prozentual von den Verkäufen gerechnet sieht es gar nicht so schlecht aus. Zelda Twilight Princess, das wurde von der Kernzielgruppe gekauft, die wir kennen. Nehmen Sie Mario Kart: Das spielt der Hardcore-Gamer, aber das spielt vielleicht auch derjenige, der bislang nur Wii Sports kannte. Da agiert Nintendo ungemein clever.

Golem.de: Im Gegensatz zur Wii wollen die Xbox 360 und PlayStation 3 nicht nur als Spielgerät ins Wohnzimmer, sondern dort sonst noch vorhandene Geräte großteils ersetzen. Ist dieser umfassendere Ansatz hinderlich für die beiden Nextgen-Konsolen?

Schneider: Nein, das hilft eher. Es geht ja darum, dass die Konsumenten die Kaufentscheidung gut begründen können. Je leichter man es ihnen macht, desto besser. Da will der Sohn die PS3 zum Spielen haben, und der Vater sagt, "klasse, dann habe ich einen Blu-ray-Player." Und die Mutter freut sich, dass nicht mehr so viele Geräte herumstehen.

Golem.de: Onlinespielbarkeit ist auch so ein großes Populärthema. Aber ist es, zumindest im Konsolenlager, tatsächlich schon so wichtig? Könnte Multiplayer via WLAN oder Internet nicht eher für die Handhelds wichtig sein?

Schneider: Fragen Sie mich das nach dem 12. Juni noch mal, dann bringen wir New International Track & Field für DS raus, das ganz gezielt bei der Onlinefunktionalität einhakt. Es werden ständig Turniere veranstaltet, sobald ich online bin, bekomme ich die neuesten Weltrekorde als Ticker gezeigt. Doch wie hoch ist eigentlich die Wahrscheinlichkeit, dass ich mit einem Handheld unterwegs Zugang zum Internet habe? Im Auto? Eher nicht. Im Zug? Da muss die Bahn noch dran arbeiten. Im Flugzeug? Da ist es wieder abgeschaltet worden. Das Absurde an der Situation: Heutzutage ist praktisch jedes Feature, das theoretisch möglich ist, ein Hygienefaktor. Man muss es haben, sonst wird das negativ beurteilt - auch wenn die Kunden das Feature dann gar nicht nutzen.

Golem.de: Ist demnach Metal Gear Online nicht ein verfrühtes Produkt?

Schneider: Das könnte man so sagen. Aber der Markt entwickelt sich weiter und wir glauben, dass wir mit Metal Gear Online den Lebenszyklus von Metal Gear Solid 4 deutlich verlängern können. Metal Gear Solid wurde in der Vergangenheit released, verkaufte sich acht Wochen lang bombig, und ging dann relativ schnell in den Second-Hand-Markt. Das verhindern wir mit der Onlinekomponente. Wir werden dann in Zukunft Mission Packs, Level Packs und Co. über das PlayStation Network zusätzlich online dafür verkaufen.

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Trurl 28. Mai 2008

Da kam und kommt so einiges. Jedenfalls so viel das ich als Normalspieler die ganzen...

Wursting 28. Mai 2008

Seit folgender Aktion möchte ich mit Produkten von Konami nichts mehr zu tun haben...

Hellhound 27. Mai 2008

"Martin Schneider ist Verkaufs- und Vermarktungsleiter der Konami Digitale Unterhaltung...

McManiac 27. Mai 2008

Fand ich auch ganz nett. Habe dann mal Bestzeiten zu meiner aktiven Zeit aufgestellt...



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