Telekom hat Interesse an afrikanischem Mobilfunker MTN
Firma an der Börse mit 25 Milliarden Euro bewertet
Die Deutsche Telekom prüft ein Gebot für den afrikanischen Mobilfunkbetreiber MTN, der einen Börsenwert von rund 25 Milliarden Euro hat. Das berichtet die indische Wirtschaftszeitung Business Standard und beruft sich dabei auf Bankenkreise. Auch die russische Vimpel Communications soll eine Übernahmeofferte für MTN erwägen.
Dabei sei sowohl ein Kauf als auch eine Partnerschaft mit dem Unternehmen mit Hauptsitz in Südafrika möglich. Offiziell hat bisher nur die indische Bharti Airtel bestätigt, um 51 Prozent an MTN zu verhandeln. 19 Milliarden Dollar werden hier für einen Anteil an Afrikas größtem Mobilfunkkonzern geboten. MTN und die Inder konnten sich aber noch nicht einigen. Laut dem Bericht will eine Gruppe von Bharti-Managern unter Führung von Aufsichtsratchef und Managing Director Sunil Bharti Mittal nach Johannesburg reisen, um dort an einer zweiten Verhandlungsrunde mit MTN teilzunehmen.
MTN-Vorstandschef Phuthuma Nhleko sagte am Wochenende der Wirtschaftswoche: "Europäische Telekomkonzerne haben an Afrika ein generelles Interesse. Ich kann deshalb nicht ausschließen, dass in Zukunft namhafte Telekomkonzerne ein Interesse bekunden werden. Wir sind eine Aktiengesellschaft. Und da gibt es immer die Möglichkeit, dass den Aktionären ein lukratives Übernahmeangebot unterbreitet wird, ohne die Einbeziehung der Geschäftsleitung."
Derzeit ist MTN mit rund 25 Milliarden Euro Börsenwert und Mobilfunknetzen in 16 Ländern Afrikas und in Afghanistan, dem Iran, Jemen, Syrien und Zypern einer der attraktivsten Übernahmekandidaten in den Schwellen- und Entwicklungsländern. Nhleko rechnet mit verstärkten Investitionen von Konzernen wie Vodafone in Afrika. Der britische Mobilfunkbetreiber soll an einer Totalübernahme MTNs Interesse haben, hat einen entsprechenden Bericht aber dementiert.
Für Afrika rechnet Nhleko weiterhin mit einem rasanten Wachstum. "Derzeit liegt die durchschnittliche Verbreitung von Handys in den meisten Ländern erst bei 20 bis 25 Prozent. Nicht einmal jeder vierte Afrikaner nutzt also ein Handy." Wenn europäische Telekomkonzerne vom Boom in Afrika profitieren wollten, blieben ihnen oft nur noch Übernahmen. "Nur wenige Länder vergeben noch neue Mobilfunklizenzen." Wer einen Markteintritt in Afrika plant, werde das wahrscheinlich nur über Zukäufe oder Fusionen schaffen können, erklärte Nhleko.
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