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Premiere: Aldi-PC mit AMDs Phenom 9500 und Blu-ray

Bessere Grafik, aber keine TV-Karte wie beim Vorgängermodell. Ab kommenden Montag, den 26. Mai 2008, bietet Aldi-Süd einen Rechner mit AMD-Prozessor an – das gab es bei dem Discounter noch nie. Die Grafikkarte wurde gegenüber dem letzten Aldi-PC zudem etwas aufgewertet, der Rest der Ausstattung entspricht dem früheren Angebot.
/ Nico Ernst
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Während Aldi-Zulieferer Medion in seinem eigenen Webshop(öffnet im neuen Fenster) schon lange auch Desktops und Notebooks mit AMD-Prozessoren anbietet, war in den von Medion gefertigten Aldi-PCs stets eine Intel-CPU verbaut. Ob es sich bei dem Phenom-Rechner bei Aldi um ein Experiment des Lebensmitteldiscounters handelt oder ob AMD damit den Durchbruch bei diesem werbemächtigen Anbieter geschafft hat, ist noch nicht abzusehen.

Aldi hat sich nämlich für den Phenom 9500 entschieden, er ist mit 2,2 GHz der langsamste Quad-Core von AMD und hat gegenüber dem Core 2 Quad Q6600 (2,4 GHz) aus dem letzten Aldi-PC von Anfang März 2008 in den meisten Tests das Nachsehen. Zudem handelt es sich um einen Phenom im B2-Stepping, bei dem der TLB-Bug noch nicht bereinigt ist. Wie AMD bereits auf der CeBIT 2008 erklärte , sind die B3-Phenoms an der "50" in der Modellnummer erkennbar, das aktuellere Modell der Aldi-CPU wäre also der 9550, der auch schon geliefert wird.

Trotz der unterschiedlichen Prozessorausstattung kostet der neue Aldi-Rechner namens "MD8835 MEDION akoya" wie das März-Modell 699,- Euro. Der identische Preis bei schwächerer CPU kommt offenbar durch die Grafikkarte namens "GeForce 9500 GT", die gegenüber der 8600 GT im letzten Rechner deutlich schneller sein dürfte. Wieder einmal gibt es im neuen Aldi-Rechner eine Grafikkarte, die so von Nvidia noch nicht angekündigt wurde, in der Regel stimmt jedoch zumindest die Serie: Die 9500 GT dürfte also eine etwas niedriger getaktete 9600 GT mit G92-Architektur sein, detaillierte Angaben zum Grafikprozessor macht Aldi auf seinen Produktseiten(öffnet im neuen Fenster) zum neuen Rechner nicht.

Insbesondere das "256 MB DDR3 Memory" aus der Flash-Präsentation(öffnet im neuen Fenster) des PCs macht stutzig, da DDR3-Speicher recht teuer ist – gemeint sein dürfte GDDR3. 256 MByte reichen zudem für Auflösungen über 1.280 x 1.024 Pixel beim Spielen mit Filtereffekten wie Anti-Aliasing nicht aus, die Grafikkarten müssen dann auf den PC-Hauptspeicher zurückgreifen und werden deutlich langsamer. Wie bei Aldi-PCs üblich, kann der Rechner seine Bilddaten per Composite, S-Video, SCART, DVI und HDMI ausgeben. Digitalen Ton gibt er per SPDIF weiter.

Der Rest der Hauptkomponenten entspricht dem Aldi-PC vom März 2008: Eine 500 GByte fassende SATA-Festplatte und 3 GByte DDR2-667-Speicher stecken im Design-Gehäuse, das dem früheren Gerät augenscheinlich entspricht. Das Mainboard steht dabei Kopf und ist von hinten gesehen an der rechten Seite befestigt. An der Oberseite des Gehäuses findet sich auch der "Datenhafen 2", in dem eine separat erhältliche Medion-Festplatte ohne Kabelverbindung Platz findet und schnell per eSATA angebunden ist. Diese Laufwerke eignen sich auch für unterwegs, da sie mit einem USB-Port ausgestattet sind und mit externem Netzteil geliefert werden. Im Dock des Aldi-PC versorgt sie der Rechner mit Strom.

Die bei vielen aktuellen PCs angebotenen 3 GByte arbeiten laut Aldi-Werbung im Dual-Channel-Betrieb, was mit modernen Chipsätzen – Aldi macht dazu keine Angaben – auch klappt. Die Speichermodule müssen nicht mehr wie früher gleich groß für zwei Kanäle sein, üblich sind hier zwei Module mit 1 GByte und zwei mit 512 MByte, je ein Teil der Pärchen steckt dabei in einem der Speicherkanäle.

Was beim letzten Weihnachtsrechner von Aldi noch ein Highlight war, hat sich inzwischen überholt: Das optische Laufwerk, es stammt wahrscheinlich wie bei den letzten beiden Aldi-PCs von LG, kann HD-DVDs und Blu-ray Discs lesen. CDs und DVDs kann es lesen und beschreiben. Nach Toshibas Abkündigung der HD-DVD sind diese nur noch als Restposten zu habenden Scheiben aber nicht mehr zukunftssicher. Dafür werden sie derzeit aber noch zu sehr günstigen Preisen angeboten . Ein zweites optisches Laufwerk besitzt der neue Rechner nicht.

Im Gegensatz zu den letzten beiden Aldi-PCs ist der neue Rechner nicht mehr mit einer TV-Karte ausgestattet. Bisher war die Kombination von DVB-T/S/C in den Aldi-Rechnern stets ein Alleinstellungsmerkmal. WLAN nach 802.11n Draft ist als moderne Technik aber immer noch vorhanden, ebenso wie Gigabit-Ethernet und ein Card-Reader für alle gängigen Formate. Maus und Tastatur werden über einen proprietären Funkempfänger angebunden.

Das bei Aldi stets üppige Softwarepaket wurde im Gegensatz zur Hardware nicht abgespeckt: Windows Vista Home Premium mit vorinstalliertem Service Pack 1, PowerDirector 6 und PowerDVD 7 Ultra, Nero 8 Essentials, Microsoft Works 9.0 und WISO Mein Geld 2008 für die Steuererklärung werden unter anderem mit dem Rechner geliefert. Für 699,- Euro soll er ab dem 26. Mai 2008 zunächst bei Aldi-Süd verkauft werden, ob und wann der PC auch bei Aldi-Nord zu haben ist, steht nicht fest.


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