Roland Berger: Printmedien haben eine Überlebenschance
Laut der Studie zählen zu diesen Ausnahmen zum Beispiel die Süddeutsche Zeitung und die Wochenzeitung Zeit, die gegen den Trend um mehrere Prozentpunkte bei der Auflage zulegten. Um zu überleben müssten gedruckte Medien die eigene Zielgruppe möglichst genau bestimmen und sich hinsichtlich Themen, Sprache, Gestaltung und Vertrieb konsequent an ihr orientieren. Im Zusatzgeschäft böten sich nach Buch-, CD-/DVD-Reihen nun auch Veranstaltungen wie Diskussionsrunden, Kongresse, Seminare, Messen, Konzerte, Feste und Reisen an. "Auch wenn der multimediale Wettbewerb mit TV und Internet immer härter wird, haben Printmedien einzigartige Stärken" , sagt Alexander Mogg, Partner bei Roland Berger. "Die Verlage müssen aber jetzt strategisch die Weichen für die nächsten fünf bis zehn Jahre stellen."
Entscheidend für den Erfolg sei die Fähigkeit, Nischen zu besetzen, innovativ zu bleiben und die eigene Marke zu stärken, so Mogg. "Besonders für Image-Anzeigen und hochwertige Rubriken bleiben Printmedien trotz steigender Onlinekonkurrenz weiterhin ein attraktives Umfeld."
Im Redaktionsalltag empfehle es sich, Synergien für beide Formen zu schaffen, indem derselbe Inhalt für Print- und Onlineausgabe genutzt wird, so die Marktforscher weiter: "Wenn die Verlage bereit sind, zu reformieren und mit neuen Angeboten zu experimentieren, werden sie ihre Position in diesem Markt behaupten können oder sogar ausbauen" , meint der Roland-Berger-Berater.



