LG Display steckt 615 Millionen Euro in neue LCD-Fertigung

Analysten rechnen mit bald einsetzender Überproduktionskrise

Der Hersteller LG Display plant eine neue LCD-Produktlinie für 1 Billionen Won (615 Millionen Euro). Das hat Firmenchef Kwon Young-Soo auf einem Analystentreffen bekanntgegeben. Analysten rechnen deshalb mit einer Verschärfung in der bevorstehenden Überproduktionskrise.

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Die neue Fertigungsstätte soll im zweiten Quartal 2009 die Produktion aufnehmen. Die Investition verteilt der zweitgrößte LCD-Hersteller über 2008 und das kommende Jahr. In diesem Jahr gibt man 600 Milliarden Won für die neue Fabrik aus, womit die Ausgaben 2008 auf insgesamt 3,6 Billionen Won steigen, sagte Kwon. 2009 senkt LG die Investitionen dann auf circa 1,8 Billionen Won, weil eine Abkühlung des Marktes erwartet wird.

Ausgebaut wird die Fertigung am südkoreanischen High-Tech-Standort Gumi, wo LG Display schon in den Formaten 32 und 37 Zoll produziert.

Analysten erwarten im Jahr 2008 eine beginnende Krise im LCD-Bereich. "Diese Investition wird die Überproduktion in 2009 in der gesamten Branche noch verschärfen", erklärte Lehman-Brothers-Analyst James Kim dem Wall Street Journal. "Die Überproduktion wird im Oktober 2008 einsetzen", sagte er.

In seiner neuen Fertigung der 6. Generation kann LG Display Glassubstrate im Format 1.500 mm bis 1.850 mm verarbeiten. Der monatliche Ausstoß wird bei 60.000 Einheiten für PC- und Notebook-Displays liegen. Die Herstellung von LCDs für Fernseher will Kwon dagegen zurückfahren. Einen Teil der TV-Produktion stellt man sogar auf die kleinen Formate um, da einige der Abnehmer eine schwächere Nachfrage erwarten, so Kwon weiter. Die wichtigsten LG-Kunden sind LG Electronics, Philips Electronics, Vizio und Toshiba. Laut Kim folgt LG damit aber nur einem Branchentrend, dem auch die Wettbewerber in Taiwan hinterherlaufen, was die bevorstehende Krise nur noch weiter verschärfen werde.

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