Urteil: Wikimedia nicht für Wikipedia-Inhalte verantwortlich

Landgericht Köln weist Klage einer Frankfurter Verlagsgruppe ab

Weil er glaubte, in der Wikipedia falsch dargestellt worden zu sein, hat ein Frankfurter Verlag gegen den Verein Wikimedia Deutschland auf Unterlassung geklagt. Das Kölner Landgericht hat nun entschieden, dass Wikimedia Deutschland nicht für die Inhalte der Wikipedia verantwortlich ist.

Artikel veröffentlicht am ,

Die Frankfurter Verlagsgruppe hatte sich in der Online-Enzyklopädie Wikipedia verunglimpft gesehen und deshalb gegen den Verein Wikimedia Deutschland und dessen Geschäftsführer Arne Klempert geklagt, da diese nach Ansicht des Verlages für die Inhalte der Wikipedia verantwortlich sind. Vor Gericht wollte die Verlagsgruppe erreichen, dass die Beschreibung der Geschäftspraktiken aus der Wikipedia entfernt wird. Dabei ging es darum, dass der Verlag von seinen Autoren Geld für die Veröffentlichung ihrer Texte verlangt.

Stellenmarkt
  1. Systemadministrator*in (m/w/d)
    Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Mainz
  2. Berater als Projektleiter (m/w/d) Software
    wiko Bausoftware GmbH, Freiburg im Breisgau
Detailsuche

In ihrem 22-seitigen, auf den 14. Mai 2008 datierten Urteil (AZ 28 O 344/07) wiesen die Kölner Richter die Klage der Frankfurter Verlagsgruppe auf Unterlassung ab. Die Beschreibung der Verlagsgruppe sei, so die Richter in der Begründung, "eine wahre Tatsachenbehauptung, die von der Klägerin hinzunehmen ist."

Bedeutender dürften indes die Äußerungen der Kölner Richter zur Rolle des Vereins Wikimedia Deutschland sein. Das Gericht sprach den Verein explizit von der Verantwortung für die Inhalte der Wikipedia frei. Der Verein betreibt die Domain Wikipedia.de, die auf die Seite de.wikipedia.org weiterleitet. Dort, so die Richter, sei "eine Vielzahl von Autoren tätig, die eine ebenso große Vielzahl von Artikeln verfasst hat. Vor diesem Hintergrund kann der Weiterleitung nicht die ausdrückliche und konkludente Erläuterung entnommen werden, die Beklagten billigten die in diesen über 600.000 Artikeln enthaltenen Äußerungen und machten sie sich zu eigen; die Annahme eines solchen Erklärungswertes wäre bloße Fiktion."

Damit bestätigt das Gericht die Auffassung des Vereins, der stets betont hat, dass der Betreiber der Online-Enzyklopädie allein die Wikimedia Foundation in San Francisco sei. Der Verein selbst habe "weder redaktionellen noch technischen Einfluss auf die Inhalte der Wikipedia", heißt es in einer Mitteilung. "Nun stellt das Gericht im aktuellen Urteil klar, dass sich Wikimedia Deutschland durch die Weiterleitung von seiner Domain wikipedia.de auf die Hauptseite der deutschsprachigen Wikipedia nicht sämtliche Inhalte der Enzyklopädie zu eigen macht", sagt Klempert.

Auch Thorsten Feldmann von der Berliner Kanzlei JBB Rechtsanwälte, der den Verein vor Gericht vertreten hat, zeigte sich mit dem Ausgang des Verfahrens zufrieden: "Wir freuen uns vor allem darüber, dass sich die Richter die Mühe gemacht haben, sich mit der Wikipedia detailliert auseinanderzusetzen und die Besonderheiten dieser Art der Verfügbarmachung von Drittäußerungen über das Internet herauszuarbeiten. Es ist davon auszugehen, dass dieses Urteil Signalwirkung für künftige Verfahren haben wird."

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Apple
Macbook-Nutzer berichten über gesprungene Displays

Zahlreiche Besitzer von Macbooks mit M1-Chip berichten über plötzlich gesprungene Displays - Apple geht von Fremdverschulden aus.

Apple: Macbook-Nutzer berichten über gesprungene Displays
Artikel
  1. Gesetz tritt in Kraft: Die Uploadfilter sind da
    Gesetz tritt in Kraft
    Die Uploadfilter sind da

    Ab sofort haften große Plattformen für die Uploads ihrer Nutzer. Zu mehr Lizenzvereinbarungen hat das bei der Gema noch nicht geführt.
    Ein Bericht von Friedhelm Greis

  2. Mercedes-Benz: Daimler rechnet mit Abbau von Arbeitsplätzen durch E-Autos
    Mercedes-Benz
    Daimler rechnet mit Abbau von Arbeitsplätzen durch E-Autos

    Mehr Elektroautos bei Daimler bedeuten nach Ansicht der Chefetage weniger Arbeitsplätze. Grund sei der einfachere Einbau eines Elektromotors.

  3. VW, BMW, Daimler: Jedes sechste Elektroauto ist von deutschem Hersteller
    VW, BMW, Daimler
    Jedes sechste Elektroauto ist von deutschem Hersteller

    Das Elektroauto gewinnt an Fahrt bei den deutschen Herstellern und Autokäufern. Bei Angebot und Nachfrage dominiert China.

stimmeausdemoff 28. Apr 2010

@S. Kühlberg, @Jens Reichwein: Nur falls es Euch noch nicht selbst aufgefallen ist: Ihr...

S. Kühlberg 24. Apr 2010

Wikimedia promoted natürlich nur das, was positiv für den Verein ist. Verschwiegen wird...

Anne M. 05. Jul 2008

Ganz unrecht hat er nicht. Das Problem der Wikipedia ist doch, dass jeder dort etwas...

Pauke 17. Mai 2008

lol du bist echt ne Trompete! Kommt nur heiße Luft raus

MX 16. Mai 2008

http://209.85.135.104/search?q=cache:9RUtPUuzOsQJ:de.wikipedia.org/wiki/Benutzer...



Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Acer XB323UGP (WQHD, 170Hz) 580,43€ • Acer XV340CKP (UWQHD, 144 Hz) 465,78€ • Razer BlackShark V2 + Base Station V2 Chroma 94,98€ • Mega-Marken-Sparen bei MM • Saturn: 1 Produkt zahlen, 2 erhalten • Alternate (u. a. AKRacing Core EX-Wide SE 248,99€) • Fallout 4 GOTY 9,99€ [Werbung]
    •  /