Schlammschlacht um Stromsparen zwischen Gigabyte und Asus

Gigabyte Taiwan wirft Asus Betrug am Kunden vor

Vor Journalisten in Taiwan hat Gigabyte im Rahmen einer Presseveranstaltung seinem Konkurrenten Asus schwere Vorwürfe gemacht. Dessen Stromspar-Chip "EPU" auf aktuellen Mainboards sei nichts weiter als ein "Fake", würde viel weniger Energie einsparen als Asus angibt und zudem sei die hauseigene Technik "DES" viel besser. Asus weist die Anschuldigungen zurück.

Artikel veröffentlicht am ,

Wieder einmal haben sich zwei Hardware-Hersteller in den Haaren. Diesmal allerdings nicht in Form von halböffentlichen Bullshit-Papers, sondern mit Behauptungen, die offen vor Pressevertretern ausgesprochen werden. Dieser Kampf um Marktanteile mit dem Messer zwischen den Zähnen hat in Taiwan durchaus Tradition, wird jedoch insbesondere von europäischen Kunden selten gutgeheißen.

Stellenmarkt
  1. IT-Projektmanager/in (m/w/d)
    Gemeinde Stockelsdorf, Stockelsdorf
  2. Projektleiter / -koordinator (m/w/d) EDI Bereich Organisation
    EUROBAUSTOFF Handelsgesellschaft mbH & Co. KG, Karlsruhe
Detailsuche

Der aktuelle Streit wurde von Gigabyte entfacht, die in Taiwan vor Journalisten recht wagemutige Behauptungen aufstellten. Tom's Hardware war zugegen und hat auch Auszüge aus den Präsentationen veröffentlicht. Darin greift Gigabyte das 2007 eingeführte Stromsparkonzept von Asus mittels eines Zusatz-Chips auf dem Mainboard, der "Energy Processing Unit" (EPU), scharf an.

Gigabyte behauptet nicht nur, dass die von Asus angegebenen Einparungen von bis zu 80 Prozent in der Praxis nie erreicht würden. Die EPU würde im Übrigen keinen direkten Einfluss auf die Hardware des Mainboards nehmen, sie sei ein - so wörtlich: "Fake" und würde nur durch Software kontrolliert. Gigabytes "Dynamic Energy Saver" (DES) sei zudem viel effizienter.

Asus Deutschland bestritt gegenüber Golem.de die Vorwürfe energisch. Die erste Version der EPU sei "rein hardware-basierend", erst mit neueren Versionen wie auf der aktuellen Mainboard-Serie P5Q sei deren Arbeitsweise durch die Software "AIGear 3" unterstützt worden.

Beiden Konzepten, EPU wie DES, liegt dieselbe Idee zugrunde: Da ein Mainboard und die darauf sitzenden Komponenten wie CPU, Chipsatz und Speicher mit mehreren Phasen mit Strom versorgt werden, kann man diese Phasen je nach Last abschalten. Asus schaltet bei seinen neuesten Boards bis zu 16 Phasen dynamisch, einfachere Boards für schwache Prozessoren kommen mit nur 6 Phasen aus.

Dieses Abschalten der Phasen kann sich nur positiv auf die Stromrechnung und die Wärmeentwicklung auswirken, wenn das System wenig zu tun hat - etwa beim Surfen oder bei Office-Anwendungen. Beim Spielen, wo der Rechner meist unter Volllast läuft, geht auch Asus nur von rund 5 Prozent Einsparungen durch die EPU aus. Neuere Verfahren, wie das Tool AIGear3, setzen zudem auch beim Throtteling der CPU an und können unter Umständen auch Rechenleistung kosten.

Zudem ist bei solchen Vergleichen stets zu beachten, dass die Boards gleich ausgestattet sein müssen: Zusatz-Chips wie Firewire- oder RAID-Controller lassen sich selten ganz abschalten und treiben den Grundbedarf des Boards nach oben. Und nur bei CPUs mit einem höheren Ruhestrom wie Intels Conroe-Generation der ersten Core 2 Duo (65 Nanometer) lässt sich bei geringer Last viel sparen - die aktuellen Penryns (45 Nanometer) sind von Haus aus schon deutlich genügsamer.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


default 16. Mai 2008

Ich rede ja nicht von den Grafikkarten... da steht AMD/ATI zur Zeit echt besser da...

titrat 16. Mai 2008

Es ist egal, ob meßbare Einsparungen durch Soft- oder Hardware erzielt worden sind. Warum...

Guckeda 16. Mai 2008

ihr baut neben Abit, DFi, MSI, Siemens, Tyan und ein paar Anderen die besten Mainboards...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Digitales Geld vom Staat
Hast du mal nen E-Euro?

Die traditionelle Finanzwirtschaft bekommt zunehmend digitale Konkurrenz, demnächst auch von staatlicher Seite.
Von Dirk Koller

Digitales Geld vom Staat: Hast du mal nen E-Euro?
Artikel
  1. E-Autos inklusive: Tübinger müssen 180 Euro Parkgebühren für SUVs zahlen
    E-Autos inklusive
    Tübinger müssen 180 Euro Parkgebühren für SUVs zahlen

    Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hat sich mit höheren Anwohnerparkgebühren für schwere Autos durchsetzen können.

  2. Ray-Ban Stories: Datenschützer finden LED von Facebooks Kamerabrille zu klein
    Ray-Ban Stories
    Datenschützer finden LED von Facebooks Kamerabrille zu klein

    Datenschützer bemängeln, dass die LED von Facebooks Ray-Ban Stories bei der Kameraaufnahme kaum sichtbar ist.

  3. Eli Zero: Kleines E-Auto mit Türen und Fenstern kostet 12.000 Euro
    Eli Zero
    Kleines E-Auto mit Türen und Fenstern kostet 12.000 Euro

    Das minimalistische, vierrädrige Elektroauto Eli Zero soll für rund 12.000 Euro nach Europa kommen. Der Zweisitzer erinnert an den Smart.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Asus 23,8" FHD 144Hz 166,90€ • PCGH-PC mit Ryzen 5 3600 & RTX 3060 999€ • Alternate-Deals (u. a. Asus WLAN-Adapter PCIe 24,90€) • MM-Prospekt (u. a. Asus TUF 17" i5 RTX 3050 1.099€) • Samsung 970 Evo Plus 1TB 99€ • Saturn Hits 2021 (u. a. Philips 55" OLED 120Hz 1.849€) [Werbung]
    •  /