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Empyrean Age - Krieg in Eve Online

Die Fraktionskriege kommen und erschüttern das Eve-Universum. Im Mai 2008 feiert das Online-Rollenspiel Eve Online sein fünfjähriges Bestehen. Grund genug für CCP, eine neue Erweiterung namens "Empyrean Age" anzukündigen, die wie üblich allen Abonnenten frei zur Verfügung gestellt wird. Früher als "Factional Warfare" bekannt, sollen die Spieler sich damit bald den vier wichtigsten Fraktionen anschließen können, die aufgrund eines Zwischenfalls vor einem Krieg stehen, der das ganze Universum nachhaltig beeinflussen wird.
/ Andreas Sebayang
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"War is coming" – Mit dieser kurzen und doch treffenden Beschreibung kündigt die offizielle Webseite zu Empyrean Age(öffnet im neuen Fenster) eine lange geplante Erweiterung an, die vormals als Factional Warfare angekündigt wurde. Tatsächlich wurden die Fraktionskriege bereits vor ziemlich genau zwei Jahren vorgestellt . Ein kleines Video soll schon einmal einen Vorgeschmack und den Grund für den ausbrechenden Krieg liefern:

Eve Online Empyrean Age – Trailer
Eve Online Empyrean Age – Trailer (00:42)

Ursprünglich sollte Factional Warfare ein Teil der Kali-Erweiterung werden, die wenig später in Revelations umbenannt und aufgrund der Komplexität auf drei Stufen verteilt wurde. Während des Fanfests 2006 war Factional Warfare noch für den zweiten Teil geplant. Auf dem letzten Fanfest wurde es dann auffällig still rund um das Thema Factional Warfare. Stattdessen stand die neue Grafikengine im Vordergrund, die kurz darauf im Dezember 2007 für Windows-PCs veröffentlicht wurde .

Gerade einmal ein halbes Jahr danach kündigt sich mit Empyrean Age der vermisste Inhalt an, der das Universum von Eve Online in einen Krieg zu stürzen vermag. Hintergrund des Krieges: Ein Mutterschiff der Gallente rammt im Rahmen von Verhandlungen zwischen den Gallente und den Caldari eine Station der Caldari. Grund genug, um den lange währenden kalten Krieg zwischen den verfeindeten Fraktionen in einen echten Krieg zu verwandeln sowie dabei die beiden Fraktionen Amarr und Minmatar mit in den Konflikt hineinzuziehen.

Statt größerer optischer Änderungen wird also wieder etwas mehr an der Spielmechanik gefeilt, die prinzipiell alle Spieler beeinflussen kann. Eve Online verbindet die Spieler – im Unterschied zu vielen anderen Online-Rollenspielen – auf einem Servercluster und verteilt sie nicht auf getrennten Servern. Änderungen in der Spielwelt, etwa durch politische Konflikte sind also einmalig. Während bisher nur im unsicheren 0.0-Raum, in den sich nur die wenigsten Spieler hineintrauen, weit weg von den Zentren des Universums, Machtspiele stattfanden und Grenzen abgesteckt wurden, soll mit Empyrean Age auch der normale Spieler zum Zug kommen, der im Spiel leicht abfällig auch gerne mal als "Carebear" bezeichnet wird.

Die kriegerischen Auseinandersetzungen konzentrieren sich hauptsächlich auf die "Low Security"-Systeme, die für alle Spieler gut erreichbar sind. Es soll aber auch Auseinandersetzungen in einzelnen "High Security"-Systemen geben, in denen das PvP-Spiel bisher nur unter Auflagen möglich ist. Hier tummeln sich die meisten Spieler, die an PvP aufgrund der zu nehmenden Hürden bisher kein oder wenig Interesse hatten. Wer also in den Krieg ziehen will, muss nicht lange fliegen.

Die Spieler können sich einer der vier Fraktionen anschließen, dafür sind nur minimale Bedingungen zu erfüllen. So genügt ein Fraktionsrang von 0.5, um sich einer Fraktion anzuschließen. Sofern der Spieler nicht für Piraten in den äußeren Teilen des Universums viele Missionen angenommen und durchgeführt hat, hat dieser in der Regel mit mindestens zwei der Fraktionen gute Beziehungen. Auch Spielerzusammenschlüsse in Form von Firmen können dem Krieg beitreten. Was jedoch auf einigen Unmut stößt, ist der Umstand, dass sich Allianzen, also der Zusammenschluss mehrerer Firmen, nicht den Fraktionen anschließen können. Sie werden also praktisch gleichgestellt mit den Nicht-Spieler-Fraktionen. Eine Firma kann sich immer nur entweder einer Fraktion oder einer Allianz anschließen.

Gerade Rollenspieler-Allianzen sind darüber alles andere als erfreut. Diese Allianzen müssen sich nach derzeitiger Planung für das Rollenspiel aufspalten, um anschließend der Fraktion beizutreten. Rollenspieler-Allianzen haben schon immer mit der Eve-Geschichte gespielt und auch in großen, von CCP ausgerichteten Rollenspielevents, die Geschichte des Universums mitbestimmt.

Der Beitritt zu den Fraktionen ist freiwillig. Wer will, kann das Geschehen von außen betrachten und muss sich nicht in kriegerische Auseinandersetzungen verwickeln lassen. Zumindest nicht direkt, denn auf die regionalen Märkte könnte es durchaus Einflüsse geben, wenn verstärkt Produzenten und Händler am Kriegsspiel teilnehmen und wichtige Waffen in Kriegszonen dringender gebraucht werden. So wird mancher Händler sicher neue Märkte erschließen können und so, auch ohne einer Fraktion beizutreten, profitieren können. Kleinere Änderungen der Entwickler in der Spielmechanik haben häufig große Auswirkungen auf die Wirtschaft. In Quartalsberichten werden diese Auswirkungen regelmäßig untersucht.

Spieler haben zwei Möglichkeiten, an den Konflikten teilzunehmen: Zum einen sind etwa 160 Missionen geplant, die für die Fraktionen durchgeführt werden können. Die Schwierigkeit liegt hier vor allem darin, hinter die feindlichen Linien zu kommen, um die Mission zu erfüllen und natürlich auch, wieder heil aus der Kampfzone herauszukommen. Zum anderen wird es Systeme geben, in denen Spieler, die sich den Fraktionen angeschlossen haben, aufeinander treffen werden.

Damit das Ganze nicht wie bei größeren Flottenkämpfen im 0.0-Raum zu einem Frusterlebnis wird, wird CCP Mechaniken einfügen, um Schiffsklassen in bestimmten Konflikten zu begrenzen. Dass der Spieler bei seinem ersten PvP-Erlebnis in Eve Online von 100 Schiffen in Stücke geschossen wird oder ohnmächtig in seiner Fregatte vor einem Mutterschiff steht, soll nicht vorkommen. Große Schiffsklassen, wie Träger, Mutterschiffe und Titanen sollen zudem nur sehr begrenzt in den Fraktionskriegen nutzbar sein.

Außerdem sollen Spieler, die auf einen Kampf aus sind, nicht lange warten müssen. Im 0.0-Raum ist es üblich, in größeren Rudeln mitunter stundenlang ein Sprungtor zu bewachen oder Patrouille zu fliegen, ohne nur einen (würdigen) Gegner auf dem Zielcomputer zu sehen. Das Spielerlebnis soll eher mit den regelmäßig ausgetragenen Wettkämpfen vergleichbar sein. Die richtige Zusammenstellung des Schiffes ist neben dem spielerischen Können entscheidend, nicht die Masse der Spieler, verspricht CCP.

Damit nicht nur des Kampfes wegen aufeinander geschossen wird, gibt es einige Belohnungen. Neben Resten der gerade zerstörten Gegnerschiffe und Missionsbelohnungen wird es ein neues Rangsystem geben. Außerdem verbessern sich die Beziehungen mit der Fraktion, der der Spieler sich angeschlossen hat. Im Umkehrschluss ist davon auszugehen, dass die gegnerische Fraktion nicht mehr so gut auf den Spieler zu sprechen ist, mit entsprechenden Konsequenzen bei Sprüngen in feindlichen "High Security"-Raum. Bei normalen Missionen war es bisher so, dass dann das gegnerische Nicht-Spieler-Militär der Fraktion einen kurzen Prozess machen kann. Ob die Konsequenzen durch den Beitritt einer Fraktion ähnlich ausfallen werden, bleibt abzuwarten.

Eine weitere Belohnung betrifft das Rollenspiel: Spielt eine Fraktion entsprechend gut, kann ein System sogar erobert werden. Um Platz für die Auseinandersetzungen und sicher auch für die wachsende Spielerschar zu schaffen, soll mit der Erweiterung eine weitere Region mit 49 Sternsystemen und knapp 40 Stationen geöffnet werden. Außerdem sollen neue (Fraktions-)Schiffe in das Spiel integriert werden.

Das Live Devblog, dem zwischenzeitlich rund 2500 Eve-Spieler beiwohnten, wurde am gestrigen 15. Mai 2008 von einem CCP-Mitabeiter mit "Things aren't done yet" abgeschlossen. Es weist damit darauf hin, das mit weiteren Details zu rechnen ist. In zukünftigen Devblogs soll mehr verraten werden.

Bereits nächste Woche, am Samstag den 24. April 2008, soll der Testserver "Singularity" für Spieler freigegeben werden, der einen Vorgeschmack auf die ersten Kriege bieten soll. Zu beachten sei allerdings, dass dazu ein Testpatch notwendig ist und dieser tunlichst auf einer Kopie des Eve-Online-Clients angewendet wird. Andernfalls kann danach nicht mehr auf dem regulären Server gespielt werden. Außerdem wird nur ein Teil der Erweiterung zum Testen freigegeben. Los geht es am Samstag um 19 Uhr GMT (Greenwich Mean Time), was 21 Uhr deutscher Sommerzeit entspricht.

Eve Online – Empyrean Age soll noch im Sommer 2008 erscheinen. Erweiterungen sind, wie bei CCPs Online-Rollenspielen üblich, im Abonnementpreis inbegriffen. Was nach Empyrean Age kommt, wird vermutlich erst zum Fanfest 2008 preisgegeben, das vom 6. bis zum 8. November 2008 in Reykjavik, Island stattfindet.


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