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UFOs über Großbritannien? Die Wahrheit ist dort draußen

Britisches Verteidigungsministerium veröffentlicht Akten über UFO-Sichtungen. Das britische Verteidigungsministerium hat bisher geheime Akten über die Sichtung von unidentifizierten Flug-Objekten in Großbritannien im Internet veröffentlicht. Darin berichten Bürger von leuchtenden Flugobjekten, aber auch von Entführungen durch Außerirdische. Die meisten vermeintlich unidentifizierten Flug-Objekte erweisen sich jedoch als durchaus identifizierbar.
/ Werner Pluta
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Er habe, schreibt(öffnet im neuen Fenster) (pdf, Seite 312) ein Zeuge am 28. März 1985, zusammen mit einem Freund nahe dem Golfpatz von Lurgan "dieses runde Objekt, das geräuschlos 15 Meter über mir schwebte" , gesehen. "Als ich meine Taschenlampe darauf richtete, ließ es an der Unterseite einen weißen Ball von der Größe eines Fußballs aufleuchten und flog im Sturzflug auf uns zu."

Das ist nur eine von Hunderten von Begegnungen mit unidentifizierten Flug-Objekten(öffnet im neuen Fenster) (UFO), die britische Bürger zwischen 1978 und 2002 den Behörden meldeten. Die bislang geheimen Aufzeichungen über die Sichtung vermeintlicher Außerirdischer hat das britische Verteidigungsministerium(öffnet im neuen Fenster) (Ministry of Defence, MoD) der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Einen Teil davon können Nutzer von der Seite des National Archives(öffnet im neuen Fenster) herunterladen. Die Berichte von neueren UFO-Sichtungen sind bereits seit Februar 2006 auf den Seiten des Ministeriums(öffnet im neuen Fenster) zugänglich.

Wie es sich für echte X-Akten gehört, fehlen auch in diesen Aufzeichnungen nicht die Berichte von Entführungen durch Außeriridische. So berichtete ein alter Mann, er sei von Außerirdischen in ihr Raummschiff entführt, dann jedoch freigelassen worden, weil er für ihre Zwecke zu gebrechlich gewesen sei. Nicht alle UFO-Sichtungen sind so bizarr, wenn auch genauso unerklärlich. So erfasste am 11. September 1985 das Radar der militärischen Flugsicherung zwei Objekte, die sich mit enormer Geschwindigkeit bewegten: Sie legten etwa 18 Kilometer in nur 12 Sekunden zurück, was einer Geschwindigkeit von rund 5.400 km/h entspricht.

Das Interesse an den Dokumenten sei immens, berichtet Nick Pope, ehemaliger UFO-Ermittler des Ministry of Defence, in einem Videocast(öffnet im neuen Fenster) des National Archives. Deshalb habe sich das Ministerium auch entschlossen, diese Protokolle zu veröffentlichen. Tatsächlich gehörten, so Pope, Anfragen über UFOs zu den beliebtesten Anfragen bei Behörden unter dem Vorzeichen des Freedom Of Information Act(öffnet im neuen Fenster) .

Die Motivation dieser Anfragen dürfte allerdings eine andere sein als die des Verteidigungsministeriums. Dieses interessiert sich nämlich nicht im Geringsten für die Existenz außerirdischer Lebensformen. Das einzige Interesse der Militärs besteht darin, "zu ermitteln, ob der britische Luftraum durch feindliche oder nicht-authorisierte militärische Aktivitäten verletzt wurde."

Die Behörden - Polizei, Küstenwache, die zivile Luftfahrtbehörde Civil Aviation Authority (CAA) oder die Luftwaffe (RAF) - fragten die Beobachter deshalb akribisch nach den Umständen der Sichtung. 16 Standardfragen mussten sie dabei beantworten. Neben Ort, Zeit und Dauer der Sichtung wollten die Beamten wissen, wie das Objekt beobachtet wurde, ob mit bloßem Auge oder durch ein Fernglas, wie weit es vom Betrachter entfernt war, ob und wie es sich bewegte oder welche Wetterbedingungen gerade herrschten.

 
Audio: Großbritannien legt seine Ufo-Akten offen (2:38)

Die meisten der UFO-Sichtungen erweisen sich jedoch als durchaus harmlos und erklärbar. Die relativ häufig auftretende Kombination von roten und grünen Lichtern etwa legt nahe, dass es sich bei den gesichteten Flugobjekten um durchaus bekannte gehandelt haben dürfte: Flugzeuge haben an ihren Flügelspitzen rote und grüne Positionslichter. Diese sind aus der Seefahrt übernommen. Grün steht dabei für Steuerbord (rechts) und rot für Backbord (links). An der Anordnung dieser Lampen lässt sich erkennen, in welche Richtung sich ein Fahrzeug bewegt.

Die Anmerkung eines Polizisten aus dem nordenglischen Metropolitan County West Yorkshire unterstreicht das: "Ich habe bei der Flugleitung in Manchester nachgefragt, die bestätigte, dass sich zu diesem Zeitpunkt eine DC9 über dem Gebiet befand" , notierte er zu einer vermeintlichen UFO-Sichtung am 15. Februar 1985.

Noch einfacher ist die Erklärung einer kollektiven UFO-Sichtung am Rande von London: Eine ganze Gruppe von Besuchern eines Pubs gab an, ein großes weißes Licht sowie je ein kleines rotes und grünes Licht gesehen zu haben. Gefragt, in welcher Richtung sie das Phänomen beobachtet hätten, antworteten sie: in Richtung des Flughafens Gatwick.


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