EU genehmigt Tele-Atlas-Übernahme durch TomTom

EU-Kommission sieht keine negativen Auswirkungen auf den Wettbewerb

Die EU-Kommission hat die geplante Übernahme von Tele Atlas durch TomTom nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Nach Erkenntnissen der Kommission wird die freie Konkurrenz durch diese Übernahme nicht beeinträchtigt. Die betreffende Prüfung begann im November 2007 und dauerte knapp ein halbes Jahr.

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Der niederländische Navigationsgerätehersteller TomTom will das ebenfalls niederländische Unternehmen Tele Atlas aufkaufen. Tele Atlas bietet digitales Kartenmaterial an, ohne welches Navigationsgeräte nicht sinnvoll einsetzbar sind. TomTom will für Tele Atlas einen Gesamtpreis von 2,9 Milliarden Euro zahlen. Das entspricht einem Preis pro Aktie von 30,- Euro. In der Untersuchung kam die EU-Kommission zu dem Schluss, dass die Übernahme den wirksamen Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum oder in einem wesentlichen Teil desselben nicht erheblich beeinträchtigen wird.

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Dabei berücksichtigte die EU-Kommission nach eigener Aussage TomToms starke Position auf dem Markt für Navigationsgeräte sowie das Duopol von Tele Atlas und Navteq, den beiden wichtigsten Anbietern digitalen Kartenmaterials. Sie konzentrierte sich dabei auf den Anreiz des zusammengeschlossenen Unternehmens, von anderen Navigationsgeräteherstellern mehr Geld für die Navigationskarten zu verlangen beziehungsweise deren Zugang zu diesen Karten zu beschränken, sowie auf die Auswirkungen, die diese Strategien für die Nutzer von Navigationsgeräten haben könnten.

Demzufolge würde das zusammengeschlossene Unternehmen keine dieser Strategien umsetzen, weil sie nicht die Möglichkeit besitzen, den Zugang zu den Navigationskarten zu beschränken. Dies werde verhindert, weil der Wettbewerber Navteq im gleichen Marktsegment aktiv ist. Derzeit prüft die EU-Kommission eine Übernahme von Navteq durch Nokia, wozu noch kein Ergebnis vorliegt. TomTom hätte durch den Tele-Atlas-Aufkauf außerdem keinen Anreiz, den Zugang zu digitalen Karten zu beschränken, da dies entsprechende Umsatzeinbußen nach sich ziehen würde, die durch den Verkauf von Navigationsgeräten nicht kompensiert werden können, meint die EU-Kommission.

Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sagte: "Für die Verbraucher ist der Markt für Satellitennavigationsgeräte wichtig. Nach der eingehenden Untersuchung bin ich nun davon überzeugt, dass Innovation und Wettbewerb, die bislang den Markt für Satellitennavigationsgeräte prägten, auch nach diesem Zusammenschluss fortbestehen und den Verbrauchern weiterhin neue und innovative Produkte angeboten werden."

Nachdem TomTom im Juli 2007 ein Übernahmeangebot für Tele Atlas unterbreitet hatte, zog Garmin im Oktober 2007 nach und hat das TomTom-Angebot überboten. Im Gegenzug erhöhte TomTom den gebotenen Kaufpreis ebenfalls, woraufhin sich Garmin aus dem Bieterwettstreit zurückzog.

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