25 Jahre alter Unix-Fehler behoben

Fehler betrifft alle BSD-Varianten

OpenBSD-Entwickler Marc Balmer hat einen Fehler im Betriebssystem, der bereits seit 1983 besteht, behoben. Der Fehler hatte zur Folge, dass ein Samba-Server abstürzte, wenn er Dateien von einem MS-DOS-Dateisystem anbieten sollte. Laut Balmer findet sich der Fehler in allen BSD-Varianten.

Artikel veröffentlicht am , Julius Stiebert

Aufmerksam gemacht wurde Balmer durch einen OpenBSD-Anwender, der ihm berichtete, dass der Samba-Dateiserver abstürzte, als er ein MS-DOS-Dateisystem freigeben sollte. Dabei handelte es sich um einen selbstkompilierten Samba, nicht um ein OpenBSD-Paket, berichtet Balmer in seinem Blog. Dennoch wollte er das Problem verfolgen.

Stellenmarkt
  1. Leitung Sachgebiet Campusnetz (w/m/d)
    Universität Konstanz, Konstanz
  2. IT Systemadministrator (m/w/d)
    DS Smith Packaging Deutschland Stiftung & Co. KG, Arnstadt
Detailsuche

Die Samba-Entwickler, mit denen Balmer Kontakt aufnahm, gaben an, dass ihre Software tatsächlich einen Workaround nutzt, um auf BSD-Systemen auf die Verzeichnisse zuzugreifen. Der Programmcode zum Lesen von Verzeichnissen sei in allen BSDs fehlerhaft.

Samba verwendet die Funktionen telldir()/readdir() sowie seekdir()/readdir(), um einen internen Cache aufzubauen, was vor allem dazu dient, den Verzeichniszugriff für Windows-Clients zu beschleunigen. Dafür geht die Software mit readdir() wiederholt über ein Verzeichnis und speichert die Werte intern. Später werden diese Daten genutzt, um mit seekdir() die Verzeichnisposition aufzufinden und mit readdir() die eigentlichen Daten zu lesen. Wird nun zwischen dem Erstellen des Caches und dem Zugriff eine Datei entfernt, kann es vorkommen, dass der Cache nicht mehr an die richtige Stelle zeigt, womit telldir() nicht mehr richtig funktioniert.

Samba verwendet daher einen Workaround, in dessen Kommentar steht, dass FreeBSD, OpenBSD und eventuell auch NetBSD die unlink()-Funktion nicht richtig handhaben. Durch die Änderungen am Quelltext würden auch Leistungs- und Speicherprobleme unter BSD behoben.

Während sich das Leistungsproblem zumindest für OpenBSD als nicht vorhanden entpuppte, untersuchte Balmer den seekdir()-Fehler weiter, fand ihn und behob ihn. Tatsächlich gaben die Funktionen unter Umständen falsche Werte zurück. Dieser Fehler entstand allerdings schon, als 4.2BSD veröffentlicht wurde - im August 1983. Laut Balmer steckt er daher in allen BSD-Varianten, also auch in MacOS X.

Der für seine Arbeit an BSD bekannte Marshall Kirk McKusick, der die *dir()-Bibliothek entwickelt hat, schrieb an Balmer: "du hast vermutlich einen meiner Fehler behoben :-)". Bevor es die *dir()-Befehle gab, griffen Programme einfach direkt auf Verzeichnisse zu. Damals habe er 22 Programme - ein hoher Prozentsatz der vorhandenen Unix-Programme dieser Zeit - aktualisieren müssen, damit sie die *dir()-Aufrufe verwenden, schreibt McKusick.

Balmer hat den Fehler nach eigenen Angaben auch FreeBSD, NetBSD und DragonflyBSD gemeldet, die ihn bereits behoben haben. Bei Apple kenne er niemanden, sie würden es schon mitbekommen, schreibt er in den Kommentaren zu seinem Blog-Eintrag.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Apple
Macbook-Nutzer berichten über gesprungene Displays

Zahlreiche Besitzer von Macbooks mit M1-Chip berichten über plötzlich gesprungene Displays - Apple geht von Fremdverschulden aus.

Apple: Macbook-Nutzer berichten über gesprungene Displays
Artikel
  1. Gesetz tritt in Kraft: Die Uploadfilter sind da
    Gesetz tritt in Kraft
    Die Uploadfilter sind da

    Ab sofort haften große Plattformen für die Uploads ihrer Nutzer. Zu mehr Lizenzvereinbarungen hat das bei der Gema noch nicht geführt.
    Ein Bericht von Friedhelm Greis

  2. Mercedes-Benz: Daimler rechnet mit Abbau von Arbeitsplätzen durch E-Autos
    Mercedes-Benz
    Daimler rechnet mit Abbau von Arbeitsplätzen durch E-Autos

    Mehr Elektroautos bei Daimler bedeuten nach Ansicht der Chefetage weniger Arbeitsplätze. Grund sei der einfachere Einbau eines Elektromotors.

  3. VW, BMW, Daimler: Jedes sechste Elektroauto ist von deutschem Hersteller
    VW, BMW, Daimler
    Jedes sechste Elektroauto ist von deutschem Hersteller

    Das Elektroauto gewinnt an Fahrt bei den deutschen Herstellern und Autokäufern. Bei Angebot und Nachfrage dominiert China.

phpwutz 13. Jun 2008

naja, sind ja News - die solln ja auch interessant klingen, nicht? also einfach mal ein...

X-Man 14. Mai 2008

Unbekannter Golem.de-Mitarbeiter: "DU SOLLST SCHEISSE FRESSEN !!!"

Lord_Pinhead 14. Mai 2008

telnet irc.phat-net.de 6667 auf Dos macht doch Spaß >:p Wozu etwas anderes Starten...

md666 14. Mai 2008

??? ist doch langweilig Balmer ist viel krasser!!! http://www.youtube.com/watch?v...

IckeImmerZweima... 14. Mai 2008

... ist nur rechtens! Die haben das verdient, die alten Quicktime-Penner-Gaylords.



Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Acer XB323UGP (WQHD, 170Hz) 580,43€ • Acer XV340CKP (UWQHD, 144 Hz) 465,78€ • Razer BlackShark V2 + Base Station V2 Chroma 94,98€ • Mega-Marken-Sparen bei MM • Saturn: 1 Produkt zahlen, 2 erhalten • Alternate (u. a. AKRacing Core EX-Wide SE 248,99€) • Fallout 4 GOTY 9,99€ [Werbung]
    •  /