Electronic Arts mit neuem Rekord-Umsatz (Update)

Ähnlich sieht es aus, was die Zahlen des letzten Quartals angeht. Da hat EA 1,127 Milliarden US-Dollar umgesetzt, 84 Prozent mehr als die 613 Millionen US-Dollar im Vorjahresquartal. Der Verlust stieg von 25 Millionen US-Dollar auf 94 Millionen US-Dollar – ohne Sonderfaktoren hätte EA allerdings nach eigenen Angaben rund 30 Millionen US-Dollar verdient (Vorjahr: 19 Millionen US-Dollar).
"Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit der Umsatzsteigerung, aber bislang nicht glücklich mit den Gewinnen" , so John Riccitiello, CEO von Electronic Arts. Für das kommende Geschäftsjahr erwartet er eine Umsatzsteigerung auf 4,9 bis 5,15 Milliarden US-Dollar. Den operativen Gewinn will er sogar verdoppeln – wobei die angestrebte feindliche Übernahme von Take 2 für rund 2 Milliarden US-Dollar zusätzlichen Umsatz sorgen dürfte.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr war EA laut Eigenauskunft mit einem Marktanteil von 19 Prozent in den USA und 20 Prozent in Europa der größte Multiplattform-Publisher. Die Firma konnte von 27 Titeln mehr als eine Million Exemplare absetzen, ein Jahr zuvor waren es 24 Eine-Millionen-Seller gewesen – und von 15 Spielen wanderten sogar mehr als zwei Millionen Stück über die Ladentheken (Vorjahr: 10). Besonders stark ist die Casual-Games Einheit Pogo gewachsen: Dort zogen die Umsätze um über 41 Prozent auf rund 100 Millionen Dollar an.
Nachtrag vom 14. Mai 2008, um 9:05 Uhr: Nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen hat EA-Chef John Riccitiello im Gespräch mit Analysten und Investoren weitere Details über den erwarteten Geschäftsverlauf verraten. So will Electronic Arts im kommenden Jahr 55 Spiele auf den Markt bringen: Jeweils erscheinen für 30 PC, Playstation 3 und Xbox 360. 20 für Wii, 18 für das Nintendo DS, 8 für die Playstation Portable und immerhin noch 15 für die Playstation 2; die Gesamtzahl "55" ergibt sich durch Multiplattform-Veröffentlichungen.
Riccitiello kommentierte auch den derzeitigen Stand der PC-Plattform. Deren "box side" sei derzeit zwar schwach, aber durch abobasierte Onlinespiele, Mikropayment-Verfahren und Casual-Spiele würde die Plattform wachsen – der PC sei "falsch eingeordnet worden, indem man nur auf die im Handel verkauften Einheiten geschaut habe."
Auch zum Stand der feindlichen Übernahme von Take 2 äußerte sich Riccitiello. Seiner Ansicht nach seien die extrem hohen Verkaufszahlen von GTA 4 bereits in die gebotenen rund zwei Milliarden Dollar eingepreist – und der Titel sei ein "spektakuläres Spiel".