Botanicalls - Wenn Pflanzen um Hilfe twittern

Es ist ein trauriger Anblick: Unmotiviert lässt die Pflanze die Blätter hängen. Die Stiele sind längst braun, die Erde ist so trocken, dass sie sich schon vom Rand des Blumentopfes gelöst hat. Kein Zweifel: Diese Pflanze ist den Wüstentod gestorben, eingegangen mangels Zuwendung des Besitzers. Anderes Grüngewächs hingegen, von alters her an eine trockene Umgebung gewohnt, wird fürsorglich im Übermaß gegossen und ertrinkt kläglich.
Doch nun naht Hilfe für die vernachlässigte Botanik(öffnet im neuen Fenster) : Statt kläglich einzugehen, kann die Pflanze bald um Hilfe rufen – der Technik und dem Web 2.0 sei Dank. " Botanicalls Twitter(öffnet im neuen Fenster) " heißt das Notruf-System, das sich vier findige New Yorker ausgedacht haben und nun für 160 US-Dollar im Internet anbieten(öffnet im neuen Fenster) .
Der Sensor überwacht – wie auch handelsübliche Feuchtigkeits-Messgeräte – mit zwei Metallstäben die Feuchtigkeit im Topf. Die Informationen werden dann als Twitter-Nachricht an den Twitter-Account weitergeleitet. Dort können sie online eingesehen oder auf das Mobiltelefon weitergeleitet werden – und schon weiß der Mensch immer, wie es seiner Pflanze geht.
Allerdings hat das botanische Not-Twitter-System einen kleinen Haken: Es ist kein Produkt von der Stange, sondern ein Bausatz, den der geneigte Hobbygärtner selbst zusammenlöten muss. Löterfahrung sei aber, so beruhigen die Entwickler, nicht zwingend nötig. Eine detaillierte Bauanleitung mit vielen Fotos gibt es auf der offiziellen Website(öffnet im neuen Fenster) .
Mit Botanicalls wollten sie neue Kommunikationswege zwischen Pflanzen und Menschen eröffnen, schreiben(öffnet im neuen Fenster) die Initiatoren Kate Hartman, Kati London, Rebecca Bray und Rob Faludi. "Pflanzen, die sonst vernachlässigt würden, bekommen die Möglichkeit, Menschen um Hilfe zu bitten. Menschen, die sich ihrer Fähigkeiten, sich effektiv um Lebewesen zu kümmern, nicht sicher sind, bekommen visuelle und auditive Hinweise." Insgesamt drei Projektziele nennen die vier New Yorker: 1. Pflanzen am Leben zu erhalten, 2. die Verbindung der Menschen zu den Pflanzen zu verbessern und 3. stets den Sinn für Humor zu bewahren.



