Abo
  • Services:

Gewalt in Computerspielen als Verkaufsargument?

Podiumsdiskussion auf der Quo Vadis über Gewalt und Computerspiele

Gewalt in Computerspielen - wie groß ist das Problem, wer trägt Verantwortung, wer kann was tun? Auf der Entwicklerkonferenz 2008 ging es in einer großen Podiumsdiskussion um Jugendschutz, Moral und die Bevormundung von erwachsenen Bürgern.

Artikel veröffentlicht am ,

Khalil Böller, Stuttgart
Khalil Böller, Stuttgart
Keine Tagung im Bereich Computerspiele ohne das Thema Gewalt und Jugendschutz. Auch auf der Entwicklerkonferenz in Berlin traf sich dazu eine Runde. Wo mancher vielleicht den müden Austausch alter Argumente erwartet hatte, ging es unter Moderation von André Peschke, dem Chefredakteur des Spieleportals Krawall.de, ausgesprochen lebhaft zu. Peschke hatte im Vorfeld seine Leser befragt. Immerhin 14 Prozent hatten der Aussage "Ich spiele nur wegen der Gewalt" zugestimmt. So berichtete Khalil Böller, Spielehändler aus Stuttgart, aus seiner täglichen Praxis: "Eine sehr brutale Szene mit Call of Duty 4 mit einem Helikopter wurde bei uns viel diskutiert, und es gab nicht gerade wenig Kunden, die bei uns im Laden waren und gesagt haben, das wäre doch super."

Stellenmarkt
  1. BWI GmbH, Bonn, Strausberg, Wilhelmshaven, München
  2. über duerenhoff GmbH, Raum Wiesloch

Im Publikum und auf dem Podium waren einige nicht einverstanden mit dem, was eigentlich als Schutz von Kindern und Jugendlichen gemeint ist, oft aber wie eine Bevormundung erwachsener Bürger ankommt. Das gilt nach Böllers Erfahrung sogar für Eltern: "Es ist schon schwierig, wenn eine Mutter zu mir kommt und Call of Duty 4 kaufen möchte. Wenn wir dann sagen, dass das für ihren zehnjährigen Sohn eher nicht geeignet ist, passiert es dann, dass sie sagt: 'So eine Unverschämtheit, die möchten mir vorschreiben, was ich zu kaufen habe'".

Gunnar Lott, IDG Entertainment Verlag
Gunnar Lott, IDG Entertainment Verlag
Gunnar Lott vom Münchener IDG Entertainment Verlag und ehemals Chefredakteur der Zeitschrift Gamestar, kann das bestätigen: "Wir haben einmal die Moral in die Wertung einfließen lassen, beim Vietnamspiel Shellshock von Eidos. Das haben uns dann auch die Leser ziemlich um die Ohren gehauen. Wir haben das nie wieder gemacht, weil das Wertungssystem nicht dafür gebaut ist." Für ihn ist Gewalt nicht nur eine Frage des Jugendschutzes, sondern auch der Moral: "Nutzlose Gewalt gegen Unschuldige, die nicht sanktioniert wird, ist für mich die ethische Grenze."

Marc Homayounpour, Ubisoft
Marc Homayounpour, Ubisoft
Auch Marc Homayounpour, Onlinemarketing-Manager von Ubisoft, sieht das Problem: "Gewalt ist ein Verkaufsargument, sonst würde sich etwa ein Call of Duty nicht so verkaufen". Er sieht aber auch, dass sich der Umgang mit Gewalt in den Computerspielen ändert. "Es kommt immer öfter vor, dass man für seine Taten in Spielen bewertet und bestraft wird", berichtet Homayounpour. "Bei FarCry 2 wird es Karma-Points geben - je rücksichtsloser man sich verhält, desto schwieriger wird es sein, das Spiel zu lösen." Die Vorgaben des Jugendschutzes würden bei Ubisoft strikt beachtet: "Wir bringen keine Spiele ohne USK-Freigabe in den Handel. Wir müssen das Jugendschutzgesetz unterstützen, alles andere macht keinen Sinn." Auch die von vielen geforderte Aufklärung der Eltern über Computerspiele findet er wichtig. Im Weihnachtsgeschäft 2007 etwa wurden in einer groß angelegten Aktion Informationsbroschüren direkt in den Computerspieleabteilungen großer Kaufhäuser verteilt.

Gabriel Hacker von RTL Games weist darauf hin, dass gewalthaltige Inhalte und der von vielen Herstellern ins Visier genommene Massenmarkt nicht zusammenpassen: "Je mehr Gewalt ich in ein Spiel packe, desto spitzer ist die Zielgruppe und desto weniger kann ich verkaufen."



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. ab 119,98€ (Release 04.10.)
  2. bei Alternate vorbestellen
  3. 119,90€
  4. ab 399€

ThadMiller 15. Mai 2008

Er schon wieder mit seiner Frage "warum bessere Grafik?"... Das grafische Setting macht...

ThadMiller 15. Mai 2008

Nämlich, bis zu welcher grafischen Qualität man "mitspielt". Die Entwicklung läßt sich...

lionelhutz 13. Mai 2008

für mich is ok. zocke gewalttätige spiele gern und finds unterhaltsam. sind ja nur pixel.

Kenner 10. Mai 2008

man nennt diese Leute 'Mietmaul'.

Der Nordstern 10. Mai 2008

Rock 'n' Roll-Musik, Comics, "Gewaltfilme" usw. usf. Die Politiker sind immer dieselben...


Folgen Sie uns
       


Fazit zu Spider-Man (PS4)

Spider-Man ist trotz ein paar kleiner Schwächen ein gelungenes Spiel, dem wir mit viel Freude ins Netz gehen.

Fazit zu Spider-Man (PS4) Video aufrufen
SpaceX: Milliardär will Künstler mit zum Mond nehmen
SpaceX
Milliardär will Künstler mit zum Mond nehmen

Ein japanischer Milliardär ist der mysteriöse erste Kunde von SpaceX, der um den Mond fliegen will. Er will eine Gruppe von Künstlern zu dem Flug einladen. Die Pläne für das Raumschiff stehen kurz vor der Fertigstellung.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. Mondwettbewerb Niemand gewinnt den Google Lunar X-Prize

Lenovo Thinkpad T480s im Test: Das trotzdem beste Business-Notebook
Lenovo Thinkpad T480s im Test
Das trotzdem beste Business-Notebook

Mit dem Thinkpad T480s verkauft Lenovo ein exzellentes 14-Zoll-Business-Notebook. Anschlüsse und Eingabegeräte überzeugen uns - leider ist aber die CPU konservativ eingestellt und ein gutes Display kostet extra.
Ein Test von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Thinkpad E480/E485 im Test AMD gegen Intel in Lenovos 14-Zoll-Notebook
  2. Lenovo Das Thinkpad P1 ist das X1 Carbon als Workstation
  3. Thinkpad Ultra Docking Station im Test Das USB-Typ-C-Dock mit robuster Mechanik

Zukunft der Arbeit: Was Automatisierung mit dem Grundeinkommen zu tun hat
Zukunft der Arbeit
Was Automatisierung mit dem Grundeinkommen zu tun hat

Millionen verlieren ihren Job, aber die Gesellschaft gewinnt dabei trotzdem: So stellen sich die Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens die Zukunft vor. Wie soll das gehen?
Eine Analyse von Daniel Hautmann

  1. Verbraucherschutzminister Kritik an eingeschränktem Widerspruchsrecht im Online-Handel
  2. Bundesfinanzminister Scholz warnt vor Schnellschüssen bei Digitalsteuer
  3. Sommerzeit EU-Kommission will die Zeitumstellung abschaffen

    •  /