Freenet laufen die Kunden davon
"So gingen Vertriebspartner verloren, nachvollziehbar aufgrund der ungewissen Zukunft von Freenet" , teilt das Büdelsdorfer Unternehmen weiter mit. Wegen Beschwerden über "oft unseriöse Methoden" habe Freenet sich zudem selbst von einigen Vertriebspartnern getrennt, hieß es weiter.
Die Zahl der DSL-Kunden von Freenet war im ersten Quartal rückläufig: Gegenüber dem Vorquartal sank die Zahl von 1,28 auf 1,19 Millionen. Hier gibt die Konzernführung um Eckhard Spoerr der Deutschen Telekom die Schuld, die "Störungen und Verzögerungen bei den Beauftragungen und Umschaltungen" zu verantworten habe. Die Zahl der Schmalbandkunden Freenets (Internet und Telefonie) schrumpfte von 4,79 Millionen im 1. Quartal 2007 auf aktuell 2,56 Millionen.
Als Mobilfunk-Provider konnte die Firma dagegen auf 5,82 Millionen Kundenverträge zulegen (1. Quartal 2007: 5,12 Millionen). Allerdings ging hier wegen "sinkender Gesprächsgebühren" und dem "Erfolg der Discount-Anbieter" der Umsatz von 279 Millionen Euro auf 276,7 Millionen Euro zurück. Die Portalumsätze knickten im Jahresauftaktquartal auf 12,7 Millionen Euro ein, ein Minus von 15,9 Prozent gegenüber dem 1. Quartal 2007 und knapp 20 Prozent gegenüber dem Vorquartal (4. Quartal 2007).
Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) fiel von 50,9 im vierten Quartal 2007 auf aktuell 26,2 Millionen Euro. Die Analysten hatten hier mit 27 Millionen Euro gerechnet, schuld seien "stark gestiegene Abschreibungen" , so Freenet. Das Konzernergebnis reduzierte sich von 49,9 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres auf 12,3 Millionen Euro. Der Umsatz des Unternehmens, das kürzlich die Übernahme des Konkurrenten Debitel für 1,6 Milliarden Euro verkündet hatte, fiel im Berichtszeitraum von 452,4 auf 442,3 Millionen Euro.