Angespielt: Little Big Planet - die Sackmännchen kommen

Die nach offizieller englischer Namensgebung als "Sackboy" bezeichneten Spielfiguren bringen auch ohne pubertäre Hintergedanken zum Grinsen, denn sie tragen nicht nur wilde Verkleidungen, sondern bringen durch entsprechende Steuerung mittels Gamepad auch putzige Mimik und Gestik hervor. Jeder Spieler kann sein eigenes Sackmännchen oder -weibchen erstellen und anderen zur Verfügung stellen, wobei laut Media Molecule sichergestellt wird, dass der Spieler nicht plötzlich lauter Nachahmer im gleichen Netzwerkspiel findet.
"Die Möglichkeiten sind extrem vielfältig. Und man kann eine Ewigkeit damit verbringen, die [Spielfigur] so hinzubekommen, wie man sie haben will" , so der Entwickler weiter. Seiner Erfahrung nach wird zu Spielbeginn erst einmal improvisiert, recht schnell losgelegt und dann im Laufe der Zeit das Aussehen des eigenen Sackmännchens verfeinert.
Dadurch, dass die Sackboy-Hände mit dem linken Stick bewegt werden, lassen sich auch einfache Gesten und Posen nutzen. Bei schneller Stick-Bewegung etwa von links unten nach rechts oben können durch die Luft fliegende Fäuste auch den Nachbar treffen, der dann nach kurzem Flug zu Boden geht. Alternativ kann auch mit den kleinen Händen gezogen werden – etwa um alleine oder gemeinsam einen Gegenstand aus dem Weg zu räumen.
Das Knuffen und Zerren nahm beim Anspielen dann auch einen Teil der Zeit in Anspruch. Einerseits weil die vielen Steuermöglichkeiten erst erlernt werden müssen, andererseits weil es einfach Spaß macht, herumzualbern, herumzufuchteln und Grimassen zu schneiden. Trotz des großen Andrangs beim PlayStation Day blieb Zeit, den in früheren Präsentationen bereits gezeigten witzigen Skateboard-Level und ein im Editor erstelltes Reaktions-Minispiel auszuprobieren, einen Blick auf weitere Minispiele zu werfen und in den – wohl noch etwas wackligen – Editor hineinzuschnuppern.
Im Editor lassen sich einfach und schnell geometrische, veränderbare Formen, viele verschiedene Materialien, Farben, Muster, Motoren und mechanische Gebilde wie Zahnräder sowie ein großes Sammelsurium an vorgefertigten Gegenständen einsetzen. Während des Editierens ist der Level pausiert, Gegenstände folgen nicht der Schwerkraft, bleiben also in der Luft hängen und bewegen sich ebenso wie die einsetzbaren mechanischen Vorrichtungen nicht.
Ein anderes mit dem Editor erstelltes Minispiel wurde auf der PS3 nebenan präsentiert: Hier musste man sich abwärts durch ein Gerüst bewegen. Wer zu langsam oder zu schnell ist, kommt in Kontakt mit einer grünen Gaswolke und das Spiel ist vorbei.
Wer Ideen hat, wird mit Little Big Planet einen umfangreichen Baukasten geliefert bekommen – einen vernetzten zudem, denn über das PlayStation Network (PSN) lassen sich die Eigenkreationen weitergeben und gemeinsam erleben. Da ein solches Spiel von einer aktiven Community lebt, soll auch dieser Punkt sehr wichtig sein – man kann Little Big Planet zwar alleine spielen, mehr Spaß dürfte es aber gemeinsam auf dem Sofa oder über das Internet machen.
Das kostenpflichtige Little-Big-Planet-Spiel nebst Editor sowie künftige Erweiterungen werden ab Oktober 2008 zum Download über das PlayStation Network angeboten. Zum Umfang des Downloads wollten Media-Molecule-Mitarbeiter beim PlayStation Day noch nichts sagen. Die Vernetzung über das PSN soll die kreative Vernetzung der Fans fördern, vielleicht weitreichender als mit den privaten Singstar-Auftritten auf der PS3 derzeit. Sony geht es darum, seinem PlayStation Network einen kreativeren Anstrich zu geben. Die Nutzer sollen stärker einbezogen werden, als es derzeit beim Erzrivalen Xbox Live (Xbox 360) möglich ist. Mit Little Big Planet könnte das durchaus gelingen, sofern ständige Erweiterungen durch Sony und die Gamer selbst die weniger kreativen Little-Big-Planet-Spieler bei Laune halten.