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Handy-TV: Zur Fußball-EM kein flächendeckendes DVB-H

Rinnert: Noch nicht alle Sendelizenzen in Deutschland vergeben. Handy-TV via DVB-H wird nicht zur Fußball-Europameisterschaft (EM) starten. Noch sollen nicht alle Landesmedienanstalten die Frequenzen für das mobile Fernsehen genehmigt haben. Daher wird es nur an einigen wenigen Orten möglich sein, die EM-Spiele via DVB-H auf dem Mobiltelefon zu empfangen.
/ Ingo Pakalski
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Monatelang wurde versichert, Handy-TV per DVB-H werde pünktlich zur diesjährigen Fußball-EM starten. Aber Henrik Rinnert, Geschäftsführer der Mobiles Fernsehen Deutschland GmbH, hegt Zweifel und behauptete beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland in Leipzig, dass die Zeit zu knapp sei, da noch nicht alle Landesmedienanstalten die Frequenzen freigegeben hätten. Somit sei zu erwarten, dass DVB-H bis zur Fußball-EM nur in einigen Städten zu empfangen ist.

Ein weiterer Grund für die zögerliche Einführung von mobilem Fernsehen in Deutschland sei auch, dass es an der Akzeptanz im Markt noch hapere, erklärte Manfred Neumann von SevenOne Intermedia. Nach seiner Auffassung müsse der Fokus darauf liegen, dass sich die Endgeräte verkaufen. "Wenn Nokia nicht mit an Bord ist, wird man keine große Reichweite finden" , meinte er. Seit Jahren dominieren die Finnen den weltweiten und den deutschen Handymarkt , so dass sich daraus eine entsprechende Marktmacht ableitet.

Neumann rief die Marktteilnehmer dazu auf, sich mehr Gedanken um die Inhalte zu machen. Das sieht auch die ARD so und arbeitet an neuen Formaten, berichtet der zuständigen Koordinator Michael Albrecht. Ein Schritt in diese Richtung ist eine Tagesschau-Ausgabe im 100-Sekunden-Format, die speziell auf Mobiltelefone zugeschnitten sein soll. "Aber auch die Kunden lernen erst, was mobiles Fernsehen ist" , ergänzte Neumann.

Gleichwohl sieht Dr. Emil Kettering vom ZDF positiv in die Zukunft: Seiner Einschätzung nach wird sich Handy-TV in den kommenden Jahren durchsetzen. Nun seien die Landesmedienanstalten gefordert, die notwendigen Frequenzen für DVB-H freizugeben. [von Ingo Pakalski und Yvonne Göpfert]


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