Telekom-Chef: Manager müssen ehrlich und zuverlässig sein
Dem früheren Post-CEO wird vorgeworfen, illegal Geld nach Liechtenstein geschafft zu haben, um Steuern zu sparen. "Ich war fassungslos, als ich von den Vorwürfen erfahren habe" , sagt Obermann. "In seiner Zeit als Aufsichtsratsvorsitzender hat er für die Deutsche Telekom sehr gute Arbeit geleistet. Aber die negativen Schlagzeilen überstrahlen derzeit alles, das ist so bitter wie wahr" , sinniert Obermann.
Von den Führungskräften der Wirtschaft fordert er bei öffentlichen Diskussionen in den Medien mehr Mut. "Manager sollten sich mehr an der öffentlichen Debatte beteiligen. Wer Verantwortung trägt, soll die Kritik parieren und Argumente liefern."
Die hohen Managergehälter in Deutschland seien dagegen "generell angemessen" , meint der Konzernchef. In diesen Jobs arbeiteten "viele hoch qualifizierte Leute, die Risiken tragen." Forderungen, die Höhe der Bezüge gesetzlich zu beschränken, wies er zurück. Gremien, die darüber entscheiden, hätten in überwiegender Mehrzahl die nötige Sensibilität für angemessene Regelungen. "Maßvolles Verhalten muss sein, am Ende entscheidet allerdings der Markt. Wer bessere Leute für weniger Geld einstellen kann, sollte es sofort tun" , so sein Fazit.
Laut Medienberichten erhielt Obermann 2006 ein Gehalt von 2,8 Millionen Euro. Er selbst bekennt sich für die Zeit zu einem Festgehalt von knapp 900.000 Euro und einer variablen Vergütung von 800.000 Euro.