Kaufabsage: Börse straft Yahoo ab und belohnt Microsoft
Yahoos Papier brach an den deutschen Börsen am Montagnachmittag (5. Mai 2008) und im vorbörslichen US-Handel um mehr als 20 Prozent ein – während Microsofts Papiere in Deutschland und im US-Vorbörsenhandel mit mehr als 4 Prozent leicht anstiegen.
Hier war ein Flashplayer. Dieser wird von Browsern nicht mehr unterstützt. Die Mediendatei ist aber noch vorhanden. Audio: Microsoft-Yahoo-Deal geplatzt (2:39)(öffnet im neuen Fenster)Das belegt zweierlei: Yahoos Aktionäre sind offenbar doch enttäuscht über das Platzen des Deals – und Yahoos Management muss nun schnell handeln, um das Vertrauen in die eigenständige Wachstumskraft des Unternehmens herzustellen. So lässt sich ein weiterer Kursabrutsch verhindern. Eine geplante Werbepartnerschaft mit Google, die durch die Gerüchteküche ging, wäre hier sicherlich hilfreich.
Microsofts leichten Kursanstieg zu erklären fällt hingegen schwer. Die Übernahme sollte das Wachstum im Onlinewerbe- und Suchmarkt von Microsoft stärken, und vor allem die Vorherrschaft von Google gefährden. Dies muss Microsoft nun aus eigener Kraft oder mit anderen Partnern versuchen. Einige Anteilsinhaber dürften aufatmen, dass die milliardenteure Übernahme letzten Endes erfolglos blieb: Die Firmenkulturen beider Unternehmen gelten als sehr verschieden und eine erfolgreiche Integration wäre eine Mammutaufgabe für Microsoft geworden, die viel Personal gebunden und von der Verwirklichung der eigentlichen Ziele abgelenkt hätte.
Ob Microsoft-Chef Steve Ballmer, der die Verhandlungen geführt hatte, tatsächlich auf der Abschussliste steht, wie es Valleywag.com(öffnet im neuen Fenster) mutmaßt, bleibt aber fraglich. Als Nachfolger könnte Kevin Johnson einspringen(öffnet im neuen Fenster) , der derzeit Microsofts "Platform and Services Division" leitet. Sein Geschäftsbereich ist für Windows und MSN zuständig.