Klage in England wegen OOXML
Die UKUUG wirft der British Standards Insitution vor, nach einem fehlerhaften Prozess die ISO-Standardisierung des OOXML-Formats befürwortet zu haben. Welche Mängel es in dem Verfahren gab, soll nun der High Court of Justice feststellen, berichtet ZDNet UK(öffnet im neuen Fenster) . Die UKUUG bemängelt ferner, die über 6.000 Seiten umfassenden OOXML-Spezifikationen seien nicht vollständig, so dass niemand den Standard implementieren könne.
Auch fürchtet sie, dass Microsoft Patente auf einzelne in OOXML verwendete Techniken halten könnte. Womit Konkurrenten, die den Standard implementieren, unter Umständen verklagt werden könnten. Wie ZDNet weiter schreibt, hofft die Gruppe nun, dass der High Court of Justice Fehler in Standardisierungsprozess feststellt und damit die englische Ja-Stimme bei der ISO-Abstimmung widerruft.
OOXML wurde Anfang April 2008 zum ISO-Standard erklärt , nachdem es im ersten Anlauf abgelehnt wurde. Microsoft hatte das Dokumentenformat als Konkurrenz zum von der Organisation OASIS entwickelten OpenDocument-Format (ODF) entwickelt, das bereits seit 2006 ISO-Standard ist .
Die UKUUG hatte kurz nach dieser Entscheidung auf ihrer Webseite(öffnet im neuen Fenster) erklärt, sich juristischen Rat in Bezug auf die Entscheidung der British Standard Institution zu suchen. OOXML wurde im sogenannten Fast-Track-Verfahren standardisiert, das in kürzerer Zeit zum Ende kommt. Die UKUUG hält OOXML für solch eine beschleunigte Standardisierung jedoch für ungeeignet.
Auch in Norwegen gab es Berichte über Unregelmäßigkeiten im nationalen Standardisierungsprozess, woraufhin der Vorsitzende des für Dokumentenformate zuständigen Gremiums selbst Protest bei der ISO einlegte.



