15 Jahre WWW: Von Browsern und Bremsern

So heißt modernes Webdesign manchmal immer noch Design für den Internet Explorer 6. Mit einem Unterschied, denn aufgrund der abnehmenden Bedeutung mutet man Nutzern des IE6 immer mehr zu. Gleichzeitig beginnen immer mehr Webdesigner, sich mit modernem Webdesign zu beschäftigen und lernen neue Möglichkeiten kennen. Auch Möglichkeiten, das Web mit neuen Techniken zu füttern, ohne dabei Probleme mit der IE6-Basis zu bekommen. Conditional Comments, "CSS-Hacks" oder auch im CSS-Standard vorgesehene Filtertechniken durch Profile und die Unterscheidung zwischen CSS1 und 2 helfen weiter.

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Dennoch, modern arbeitende Webdesigner sind eine erstaunlich kleine Minderheit, wie Molly E. Holzschlag Mitte 2007 herausfand. Sie bezeichnete Webdesigner, die auf die strikte Trennung zwischen Inhalt und Design achten, etwas unglücklich als "Elite". Obwohl moderne Webtechnologien mittlerweile brauchbar sind, findet sich tabellenbasiertes Webdesign allerorten - oftmals noch bei alten Designs, die sich nur schwerlich mal eben in ein tabellenloses Design überführen lassen. Hier lohnt manchmal eher die Frischzellenkur, die gleich beim Design mit ansetzt. Aber auch bei neuen Projekten finden sich noch alte Webtechniken. Es ist jedoch die Minderheit der modernen Webdesigner, die das Web vorantreibt, etwa als Entwickler für große Content-Management-Systeme. Viele beliebte Systeme machen ausgiebig Gebrauch von modernen Standards und sorgen damit für ein besseres Web, welches dank des großen Erfahrungsschatzes der Entwickler auch den Nutzer des Internet Explorer 6 nicht ausschließen muss. Die ganz großen Seiten im Internet können sich dem Trend sowieso nicht entziehen. Viele kleine und auch private Webseiten hingegen werden auch weiterhin alte Techniken einsetzen. Schon die Komplexität der kommenden Standards setzt hier gewisse Grenzen für Webdesigner.

Größere Änderungen stehen dennoch bevor. Neben CSS3, (X)HTML 5 und immer mehr "Web 2.0" soll auch das semantische Web mehr und mehr an Bedeutung gewinnen. Mit CSS3 bekommen Designer mehr Möglichkeiten für das Layout einer Webseite in die Hand, zu erwähnen wäre hier unter anderem das Grid Based Layout, das den Aufbau von Webseiten im "Zeitungsformat" erlaubt. Bis dies nutzbar wird, können jedoch noch Jahre vergehen. Dazu müssten auch Teile der heute modernen Browser verschwinden.

HTML 5 freut hingegen mehr die Entwickler, werden doch Altlasten des beinahe zehn Jahre alten HTML-4-Standards abgeworfen und neue Elemente hinzugefügt, die der Wandlung des ehemals stark textlastigen WWWs in ein multimediales WWW Rechnung tragen, indem etwa Multimediainhalte entsprechend ausgezeichnet werden können. Aber auch auf der textbasierten inhaltlichen Seite tut sich etwas: Einzelne Artikel, Kopf- und Fußzeilen und Navigationselemente können nun korrekt ausgezeichnet werden, statt durch reine div-Blockelemente beschrieben zu werden, was oft zu einer etwas unübersichtlichen so genannten "Div-Suppe" führt, von der der Besucher jedoch in der Regel nichts merkt. Leider gilt auch für HTML 5, dass der Standard solange höchstens für Experimente geeignet ist, wie das Gros der Browser damit nicht umgehen kann.

Trotz aller positiven Entwicklungen: Noch immer blockt der Internet Explorer hier und da die Entwicklung, indem ein Standard gar nicht oder nur schlecht unterstützt wird, wie etwa an CSS3 und SVG zu sehen ist. Dank sinkender Marktanteile muss Microsoft immerhin nachziehen.

Glücklicherweise sind die Zeiten aber vorbei, in denen Standards nur halbherzig unterstützt wurden, vielmer neigen alle Browserhersteller heute dazu, Teile einer Spezifikation entweder ganz oder gar nicht zu unterstützen. So bedeutet der Einsatz von CSS3 oder HTML 5 manchmal durchaus einen Mehrwert. Ein Browser, der CSS3 nicht kann, wird es nicht anzeigen. Bereits jetzt basieren viele "CSS-Hacks" auf dem Umstand, dass der Internet Explorer 6 eigentlich nur ein CSS-1-Browser ist. Mit CSS 3 werden einige "CSS-Hacks" entwickelt und durch die Webdesigner-Community dokumentiert, die eine sinnvolle Unterscheidung zwischen Browsergenerationen ermöglicht, ohne allzu viel Arbeit zu erzeugen. Noch vor ein paar Jahren war das undenkbar. Die Trennung zwischen Inhalt und Darstellung war mit überraschenden und natürlich auch frustrierenden Auswirkungen verbunden - nicht nur beim Platzhirsch Microsoft, sondern auch bei der zweiten Version des Konquerors, bei frühen Opera-Versionen und hier und da auch bei Mozillas Browsersuite.

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nf1n1ty 05. Mai 2008

Forward-back-forward-back-forward-back-... Macht Spaß ;)

Stephen 05. Mai 2008

Ausgezeichneter Artikel, alles wichtige enthalten und fachlich korrekt. Vielen Dank...

ich und ich 04. Mai 2008

Länger keine Konsole mehr gesehen? Ich habe nun 10 Monate eine PS3 und auch da ändert...

Marktanteile 03. Mai 2008

Richtig. Genau diese Gruppe benutzt heute noch den vorinstallierten Browser, sei es IE6...

Nomanalive 03. Mai 2008

um leuten mal ein Argument zuklauen: mittelständische Unternehmen können sich nicht alle...



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