500 protestieren gegen Personalabbau bei Ericsson Backnang
Die Proteste von 500 Personen mit Kundgebung und Kulturprogramm fanden in Anschluss an eine Betriebsversammlung statt. Für Musikeinlagen sorgte die Schülerband "By the way" und eine Schalmeien-Kapelle aus Schwäbisch Hall.
Die Geschäftsleitung habe nach der "Salamitaktik" Arbeitsplätze vernichtet, die Ausbildung geschlossen, unter Tarif gezahlt, die Arbeitszeit verlängert, und jetzt "wollen sie uns unsere Lebensperspektive nehmen" , heißt es in einem aktuellen Flugblatt der IG Metall.
"Wir sind hier, weil wir Perspektiven brauchen und diese von Ericsson einfordern" , so Betriebsratschef Rolf Lohrmann. "Wir fordern die Konzernleitung auf, ihre selbst gewählten Ethikrichtlinien anzuwenden."
Anne Rieger, 2. IG-Metall-Bevollmächtigte für Rems-Murr, mahnte Respekt vor den Beschäftigten an. Nach Monaten des Protestes schlage der Mut bei manchen in Verzweiflung um. Rieger orientierte auf einen Sozialtarifvertrag mit fünf Jahren Qualifizierung, eine Abfindung von drei Monatsgehältern pro Beschäftigungsjahr und einem sozialen Ausgleich bis zum Eintritt in die Rente.
Wie Ericsson Deutschland-Sprecher Lars Bayer gegenüber Golem.de erklärte, änderten auch die "jüngsten Aktionen nichts an der Entscheidung". Es liefen noch keine Verhandlungen mit dem Betriebsrat, die Geschäftsleitung wolle diese aber in Kürze aufnehmen, erklärte er. Auch die Zahl von 400 gefährdeten Arbeitsplätzen wollte Bayer noch nicht bestätigen, da eine Entscheidung über das Schicksal von circa 70 Entwicklern noch ausstünde.