Europäische Kommission will PEGI-System in weiten Teilen Europas stärken. Die Europäische Kommission hat getagt – und festgestellt, dass in weiten Teilen Europas kein ausreichender Jugendschutz im Bereich der interaktiven Unterhaltung besteht. Nach Ansicht der Politiker soll das PEGI-System zur Altersfreigabe weiter ausgebaut werden – Deutschland ist allerdings nicht betroffen.
Die Europäische Kommission hat geprüft, welche Vorschriften zum Schutz der Kinder und Jugendlichen vor jugendgefährdenden Videospielen derzeit in den 27 EU-Mitgliedstaaten bestehen. Ergebnis: In 20 EU-Mitgliedstaaten wird heute PEGI (Pan European Games Information) angewandt, ein Alterseinstufungssystem, das seit 2003 mit EU-Unterstützung von der Branche entwickelt wurde. Nach Ansicht der Kommission müssen die Unternehmen mehr in das PEGI-System investieren, um es auszubauen und regelmäßig zu aktualisieren, damit es effektiv europaweit eingesetzt werden kann. Ferner sollten Branche und Behörden enger zusammenarbeiten, um die Klassifizierungs- und Alterseinstufungssysteme bekannter zu machen und eine Verwirrung der Verbraucher durch unterschiedliche parallele Systeme zu verhindern. Auch ein Verhaltenskodex für Einzelhändler mit Regeln für den Verkauf von Videospielen an Minderjährige soll innerhalb von zwei Jahren aufgestellt werden, fordert die Kommission.
Allerdings: In Deutschland spielt PEGI auch künftig keine Rolle – hierzulande bleibt die USK für Altersfreigaben zuständig, der Jugendschutz ist in der EU rechtlich mehr oder weniger stark bei den Ländern verankert. Der Vorstoß der Kommission ist eher als Versuch zu sehen, die in vielen Ländern – vor allem in Osteuropa – in der Diskussion stehenden neuen Jugendschutzrichtlinien frühzeitig auf Basis von PEGI zu vereinheitlichen bzw. die Einführung solcher Gesetze zu fördern. Konkrete Maßnahmen hat die Kommission noch nicht beschlossen.