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Computersteuerung mit Muskelkraft

Elektrische Signale von Muskeln steuern Computer. Forscher in den USA entwickeln eine neuartige Möglichkeit, den Computer zu steuern. Sie wollen mit Hilfe von Sensoren die elektrischen Signale, die die Unterarmmuskeln erzeugen, abnehmen und sie in Steuersignale für Computer und mobile Geräte wandeln.
/ Werner Pluta
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Finger sind das wichtigste Mittel für die Bedingung des Computers: Wir tippen oder klicken auf Eingabegeräte wie Tastatur oder Maus. Die zunehmende Integration von Computern und Bildschirmen in unserer Umwelt erfordere jedoch neue Formen der Bedienung, dachte sich ein Team von Entwicklern der Universität von Washington in Seattle, der Universität im kanadischen Toronto und von Microsoft. Deshalb haben sie Muci entwickelt. Das klingt nicht nur zufällig wie Mucki – es handelt sich nämlich um ein Muskel-Computer-Interface(öffnet im neuen Fenster) .

Dabei setzen die Entwickler um T. Scott Saponas auf durchaus bekannte Bewegungen: Auch Muci nutzt die Bewegungen der Finger. Entscheidend sind hier aber nicht Klicks und Tippen auf Eingabegeräte. Stattdessen nehmen zehn Elektromyografie(öffnet im neuen Fenster) -Sensoren die elektrischen Signale der Unterarmmuskeln auf, also jener Muskeln, die auch die Finger bewegen. Diese Signale werden dann in Steuersignale für den Computer verwandelt.

Die Sensoren sind an einem Armband befestigt, das am Unterarm knapp unterhalb des Ellenbogens sitzt. Vorteil des Armbandes ist, dass es wie ein Armband oder eine Uhr getragen wird. Es ist also unauffällig und jederzeit einsetzbar.

Ermöglicht wurde Muci durch "Fortschritte bei der Muskel-Abtastung und der Verarbeitungstechnik" , die es ermöglichten, direkt mit den Aktivitäten der Muskeln zu interagieren, so die Forscher. Eine dieser Techniken ist eben die Elektromyografie (EMG), die die von den Muskeln erzeugten elektrischen Signale misst. In der Medizin wird sie beispielsweise zur Diagnose von Muskelkrankheiten genutzt. EMG wird jedoch auch eingesetzt, um Prothesen zu steuern.

Zu den Gesten, die die Forscher in ersten Versuchen einsetzten, gehörten das Anwinkeln und Strecken der einzelner Finger, das Tippen oder das Ausüben von leichterem und größerem Druck.

Anwendungsmöglichkeiten gebe es viele, so die Forscher. So könne beipsielsweise ein Autfahrer so das Navigationssystem bedienen, ohne dabei die Hände vom Lenkrad nehmen zu müssen. Oder sei es möglich, in einem Meeting unauffällig nach draußen zu kommunizieren. Wer also in Zukunft in einer Besprechung mit den Fingern auf der Tischplatte "Trockenklavier" spielt, ist nicht etwa nervös, sondern schreibt wahrscheinlich gerade eine Nachricht an Freunde oder Kollegen.


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