Gegengewerkschaft AUB: Geschäftsführer von Siemens bezahlt
Laut Staatsanwaltschaft hat Siemens von 1991 an verdeckt mindestens 50 Millionen Euro investiert, um die konzernfreundliche AUB als Gegenorganisation zur IG Metall aufzubauen. Die Initiative zum Ausbau der AUB ging den Ermittlungen zufolge 1988 direkt vom Siemens-Vorstand aus, berichtet die Wirtschaftswoche(öffnet im neuen Fenster) .
Linn sei in das enge Geflecht zwischen Siemens und dem früheren AUB-Vorsitzenden Wilhelm Schelsky verstrickt gewesen. Siemens habe der AUB nicht nur über Schelskys Unternehmensberatung einen zweistelligen Millionenbetrag zukommen lassen, sondern offenbar zeitweise AUB-Personal formal im Konzern beschäftigt und finanziert, heißt es weiter in dem Bericht.
Anfang 2001 vermittelte Schelsky Linn eine Anstellung in der Personalabteilung des Siemens-Bereichs Information Communication Mobile (ICM) – trotz fehlender Qualifikation. "Die Arbeit dort ging völlig vorbei an meinen Interessen und Kompetenzen" , sagt Linn laut Wirtschaftswoche. Als es mit der Siemens-Handysparte bergab ging, wechselte Linn 2003 wieder zur AUB und wurde dort hessischer Landesgeschäftsführer. Sein formaler Arbeitgeber sei aber wieder nicht die AUB, sondern Schelskys Unternehmensberatung gewesen.
Die Staatsanwaltschaft und eine Sonderkommission "Amigo" der Kriminalpolizei Nürnberg ermitteln bereits seit Ende 2006 in der AUB-Affäre gegen zahlreiche Beschuldigte. Seit Februar 2007 sitzt Schelsky in Untersuchungshaft. Bis Ende Juni sei mit einer Anklage zu rechnen.