Red Hat: Kein Desktop-Produkt für private Anwender

Entwicklung nicht lukrativ

In absehbarer Zeit ist von Red Hat kein Desktop-Linux für private Endanwender zu erwarten. Fedora werde man jedoch weiterhin unterstützen und für Geschäftskunden den Enterprise-Desktop im Programm behalten. Der Linux-Distributor begründet seine Entscheidung mit dem zu kleinen Markt.

Artikel veröffentlicht am , Julius Stiebert

In einem Blog-Eintrag hat sich Red Hats Desktop-Team zu den Desktop-Plänen des Linux-Anbieters geäußert. Mit einem traditionellen Desktop-Produkt ist demnach in absehbarer Zukunft nicht zu rechnen. Der Grund: Red Hat müsse gewinnorientiert arbeiten und dies sei auf dem Desktop wesentlich schwerer als mit Servern. Der Desktop-Markt leide vor allem unter einem dominanten Anbieter, so dass viele Leute Linux hier noch nicht als Alternative betrachten würden, was es freilich sei, so Red Hat. Der Markt für private Anwender wird also derzeit nicht als ausreichend lukrativ eingeschätzt.

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Weiter will Red Hat aber sein Red Hat Enterprise Linux Desktop für Unternehmens-Desktops anbieten und auch das Fedora-Projekt unterstützen. In dieses lagerte der Anbieter seine Distribution aus, nachdem er sich 2003 vom klassischen Boxengeschäft verabschiedet hatte. Der für Entwicklungsländer konzipierte Global Desktop gehöre weiter zu den Plänen - auch wenn dieser mittlerweile schon fast ein Jahr verspätet ist.

Zudem verspricht Red Hat, auch in Zukunft alle entwickelten Client-Techniken an die Community zurückzugeben, so dass diese von Red Hats Arbeit profitiert. Auch sollen die Desktop-Produkte das Angebot an Serversoftware und Middleware vervollständigen - trotzdem müsse man eben gewinnbringende Produkte entwickeln.

Dabei sah es mit der Ankündigung des Gnome-Online-Desktops auf dem Red Hat Summit 2007 noch so aus, als würde Red Hat sich wieder mehr in Richtung Desktop bewegen wollen. Der maßgeblich hinter den Online-Desktop-Plänen stehende Entwickler Havoc Pennington arbeitet mittlerweile allerdings nicht mehr bei Red Hat.

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