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MySong ermöglicht Nichtmusikern das Komponieren

Software unterlegt Gesang mit Akkorden

Forscher bei Microsoft haben eine Software entwickelt, die einsamen Sologesang mit Klavierakkorden untermalt. Professionelles Songwriting geht jedoch über die Möglichkeiten von MySong hinaus.

Sänger sind oft einsam - zumindest solche, die - nun, sagen wir: keine Avril Lavignes oder Placido Domingos sind. Und so sind sie dazu verdammt, statt auf großen Bühnen in ausverkauften Hallen ihre Kunst in eher privaterem Rahmen vorzutragen: in der Dusche statt in der New Yorker Metropolitan Opera, im Keller statt in Woodstock. Und sie alle teilen ein trauriges Schicksal: Niemand möchte mit ihnen zusammen musizieren.

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Sie bekommen nun Unterstützung von Microsoft: Programmierer des Redmonder Software-Unternehmens haben nämlich eine Begleitsoftware für ambitionierte Nichtmusiker und unverstandene Hitschreiber ohne Instrumentenkenntnisse entwickelt: MySong.

Für die Musiker ist das System denkbar einfach: Sie singen in ein Mikrofon. Die Software erkennt die Töne der Melodie und unterlegt den Gesang dann mit den passenden Akkorden, gespielt von einem Klavier. Fertig ist wahlweise der Eine-Frau-und-ihr-Klavier-Popsong oder der Ein-Mann-und-sein-Klavier-Popsong. Sozusagen ein umgekehrtes Karaoke-System. Das klingt zwar etwas dünn, aber schon besser als das A-capella unterm Wasserstrahl.

Doch MySong kann noch mehr. Zwar lässt sich keine Band mit verzerrten Gitarren und hämmerndem Schlagzeug, wie es die Software Band-In-A-Box ermöglicht, oder ein Orchester zuschalten. Doch zwei Regler ermöglichen wenigstens einige Varianten. Mit dem ersten, dem "Jazz Factor", lässt sich einstellen, ob das Arrangement lieber "traditionell" oder "eher gewagt" klingen soll. "Happy Factor" nennen die Optimisten aus Redmond den Schieber, mit dem der Hobbymusiker das Timbre des Stücks einstellen kann. Das ist vornehmlich natürlich fröhlich, wie der Name schon sagt. Aber auch die Anhänger von Depri- und Gothic-Musik kommen auf ihre Kosten: Einfach den Regler in die andere Richtung schieben - und aus Dur- werden Moll-Akkorde.

In einem Video führt Microsoft die Funktionsweise von MySong vor: Menschen, deren Sangeskünste bei Juroren einer Casting-Show vermutlich nur bedingt auf Wohlwollen stoßen würden, singen in ein drolliges Mikrofon. Wie etwa der jung-dynamische Connor, der seiner Liebsten ein Geburtstagsständchen bringen möchte, das MySong vertont. Zum Anlass passend soll es heiter-beschwingt klingen, weshalb der Happy-Regler ganz auf happy gezogen wird.

Viel scheint es jedoch nicht gebracht zu haben: Im übernächsten Clip bekennt Connor, die Holde habe ihn verlassen. (Ob sie mit einem Profi-Musiker durchgebrannt ist, bleibt offen.) Der Verlassene verarbeitet seinen Schmerz mit MySong und dem Happy-Regler. Den zieht er in die Unhappy-Stellung und aus dem fröhlichen Ein-Mann-und-sein-Klavier-Geburtstags-Popsong wird ein trauriger Ein-Mann-und-sein-Klavier-"Sie-hat-micht-verlassen"-Popsong. So einfach kann Musik sein.

Fast jedenfalls. Denn die Entwickler geben selbst zu: "MySong automatisiert nicht das Songwriting. Niemand wird je einen Top-40-Hit mit irgendeiner Version von MySong schreiben, aufnehmen und produzieren." Das Programm könne lediglich Menschen, die sich nie mit Musik beschäftigt hätten, eine Ahnung davon vermitteln, was es heißt, Musik zu komponieren. Vielleicht wird der eine oder die andere ja dadurch motiviert, doch selbst ein Instrument zu erlernen und schließlich eigene Ein-Mann-und-sein-Klavier-Popsongs oder Eine-Frau-und-ihre-Gitarre-Rocksongs zu schreiben.


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copious 17. Apr 2008

Auch nicht schlecht, wobei es bei Windows ja intern Versionen sind :)

Trollversteher 17. Apr 2008

Danke, fan-"grandpa" oder fan-"old fart" wäre wirklich zuviel für mein jung gebliebenes...

SeveQ 17. Apr 2008

Gegen MyProfiPendler hätte ich nichts...

SeveQ 17. Apr 2008

Ich würd nicht sagen, daß der überzeichnet ist. Zumindest nicht sehr. 500 Jahre sind...

ohmygod 17. Apr 2008

Hitlers Geheimwaffe entdeckt: Wollte Hitler mit diesem Programm die Weltherrschaft an...




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