Base-Kündigungen: Harsche Kritik von Verbraucherschützern

Fristlose Kündigung ohne vorherige Abmahnung ist rechtsmissbräuchlich

Die von E-Plus ausgesprochenen fristlosen Kündigungen gegenüber ihren Base-Kunden ernten einhellige Kritik der deutschen Verbraucherzentralen. Base-Kunden wurde die gebuchte Daten-Flatrate gekündigt, ohne dass es eine vorherige Abmahnung gegeben hat und ohne einen klaren Kündigungsgrund zu benennen, kritisieren die Verbraucherschützer. Sie empfehlen, auf die Einhaltung des Vertrages zu pochen.

Artikel veröffentlicht am ,

Base-Homepage
Base-Homepage
Lovis Wambach, Jurist bei der Verbraucherzentrale Bremen, verweist auf das Urteil vom Amtsgericht Hamburg-Barmbek (Urteil vom 25.07.2007 811A C 373/06), in dem das Gericht entschieden hat, dass die Kündigung einer Flatrate nicht zulässig ist, auch wenn über allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) geregelt ist, dass die Flatrate bei Missbrauch gekündigt wird. Das Gericht bemängelte, dass der Terminus "Missbrauch" zu ungenau ist. Ein solcher Verweis auf eine missbräuchliche Nutzung findet sich dennoch in den AGB (PDF-Download) von Base unter Punkt 8.11, während ein solcher Passus in den AGB zur Base-Internet-Flatrate (PDF-Download) nicht enthalten ist.

Inhalt:
  1. Base-Kündigungen: Harsche Kritik von Verbraucherschützern
  2. Base-Kündigungen: Harsche Kritik von Verbraucherschützern

Die Verbraucherzentrale Thüringen hält die Kündigungen für unberechtigt, weil diese fristlos, ohne Angabe von Gründen und ohne jegliche Vorwarnung erfolgt sind. Üblicherweise wird ein Vertragspartner vor einer solchen fristlosen Vertragskündigung zunächst auf die mögliche missbräuchliche Nutzung hingewiesen. Aber wie E-Plus gegenüber Golem.de bestätigt hatte, haben die betroffenen Kunden vor der Zusendung der Kündigung keine Vorwarnung erhalten.

Die Thüringer Verbraucherschützer bemängeln zudem, dass E-Plus keinen eindeutigen Grund für die fristlose Kündigung nennt. Zwar ist es so, dass ein solcher "Vertrag gekündigt werden kann, wenn es dem Vertragspartner nicht mehr zuzumuten ist, den Vertrag aufrechtzuerhalten", erklärte Dirk Weinsheimer von der Verbraucherzentrale Thüringen. Aber dies sei in diesem Fall nicht erkennbar, weil E-Plus keine klaren Gründe für die Kündigung nennt und die Kündigung daher "rechtsmissbräuchlich" sei.

Diese Auffassung teilt auch die Verbraucherzentrale Sachsen, die bemängelt, dass E-Plus seinen Kunden ohne jegliche Vorwarnung kündigt und dann nicht mal einen Grund für die Kündigung angibt. "Das ist kein angemessener Umgang mit den Kunden", meint Evelin Voß, die Telekommunikationsexpertin von der Verbraucherzentrale Sachsen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Base-Kündigungen: Harsche Kritik von Verbraucherschützern 
  1. 1
  2. 2
  3.  


wigwam 14. Apr 2008

Ich mag dich auch nicht. So, jetzt ist es amtlich. Und zum Vorredner "aha" - Wer seine...

hansweg 14. Apr 2008

In einem gesättigen Markt gehts jetzt ans Aussieben. Die guten ins Töpfchen die...

hansweg 14. Apr 2008

Deutsche Kunden sind einfach zu dumm und uninformiert. Zweitens lassen sie sich von...

reneM 13. Apr 2008

Problem sehe ich darin das wir nur 4 große Konzerne in diesem Bereich haben. In der...

jojjij2 11. Apr 2008

eine rose ist eine rose, ist eine rose... eine flatrate ist eine flatrate, ist eine...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Amtlicher Energiekostenvergleich  
Benzinkosten mehr als doppelt so teuer wie Ladestrom

Vom 1. Oktober an müssen große Tankstellen einen Energiekostenvergleich aushängen. Dabei schneiden Elektroautos derzeit am besten ab.

Amtlicher Energiekostenvergleich: Benzinkosten mehr als doppelt so teuer wie Ladestrom
Artikel
  1. Bundestagswahl 2021: Laschet und Scholz wollen beide Kanzler werden
    Bundestagswahl 2021
    Laschet und Scholz wollen beide Kanzler werden

    Die Union erzielt bei der Bundestagswahl 2021 ihr bislang schlechtestes Ergebnis. Dennoch will Spitzenkandidat Laschet Kanzler einer "Zukunftskoalition" werden.

  2. Bundesregierung: Erst 11 Prozent der Glasfaserförderung wurden ausgezahlt
    Bundesregierung
    Erst 11 Prozent der Glasfaserförderung wurden ausgezahlt

    Städte- und Gemeindebund verlangt, den Förder-Dschungel für Glasfaser zu beseitigen. Versuche gab es viele.

  3. Diablo 2 Resurrected im Test: Der dunkle Fürst der Zeitfresser ist auferstanden
    Diablo 2 Resurrected im Test
    Der dunkle Fürst der Zeitfresser ist auferstanden

    Gelungene Umsetzung für Konsolen, überarbeitete Grafik und Detailverbesserungen: Bei Diablo 2 Resurrected herrscht Lange-Nacht-Gefahr.
    Von Peter Steinlechner

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Alternate (u. a. DeepCool Matrexx 55 V3 ADD-RGB WH 49,98€) • Thunder X3 TC5 145,89€ • Toshiba Canvio Desktop 6 TB ab 99€ • Samsung 970 EVO Plus 2 TB 208,48€ • Lenovo-Laptops zu Bestpreisen • 19% auf Sony-TVs bei MM • WISO Steuer-Start 2021 10,39€ • Samsung Odyssey G7 499€ [Werbung]
    •  /