Wissenschaftler: Datenträger aus Kohlendioxid herstellen
Polycarbonate (PC) sind harte und strapazierfähige Kunstststoffe, aus denen beispielsweise Plastikflaschen, Linsen und Gläser für Autoscheinwerfer, aber auch CDs und DVDs hergestellt werden. Nachteil von PC ist, dass sie teurer als andere Kunststoffe sind.
CO2 könne einfach aus Abgasen von fossilen Brennstoffen gewonnen werden, beschreibt Müller, Leiter des Catalytic Center(öffnet im neuen Fenster) (CAT) in Aachen, einem Gemeinschaftsprojekt der RWTH Aachen, von Bayer MaterialScience und Bayer Technology Service.
Schon heute liegt der Bedarf an PC bei mehreren Millionen Tonnen im Jahr. Nutze man also CO2 zu ihrer Herstellung, lasse sich eine Menge des für das Klima schädlichen Gases binden. "CO2 zu nutzen, um Polycarbonate herzustellen, wird vielleicht nicht das ganze Kohlendioxidproblem lösen, aber es kann einen wichtigen Beitrag leisten" , ist Müller überzeugt.
Die neuen Verfahren haben noch einen weiteren Vorteil: Kohlendioxid ist ein günstiges Ausgangsmaterial. "Wenn wir teurere Ausgangsmaterialien durch CO2 ersetzen können, dann gibt es auch eine wirtschaftliche Antriebskraft" , sagt Müller. Er glaubt deshalb, dass es auch nur wenige Jahre dauern wird, bis Kunststoffe aus CO2 auf den Markt kommen.