EU-Arbeitsgruppe fordert mehr Datenschutz bei Suchmaschinen

Löschung von personenbezogenen Daten nach sechs Monaten

Bei einem Treffen haben sich europäische Datenschützer für mehr Datenschutz bei Suchmaschinen ausgesprochen. Danach sollen die Betreiber personenbezogene Daten nach sechs Monaten löschen.

Artikel veröffentlicht am ,

In einem Bericht fordert die "Artikel-29-Datenschutz-Arbeitsgruppe" der Europäischen Union, die Speicherung von Daten solle "minimiert und dem von den Suchmaschinenbetreibern vorgebrachten Zweck angemessen" sein. Die Arbeitsgruppe sieht dabei "keine Basis für eine Speicherung über sechs Monate hinaus". Außerdem sollen die Suchmaschinenbetreiber auf ihrer Website informieren, wie lange sie Nutzerdaten speichern. Nach Ansicht der EU-Datenschützer soll das auch für Suchmaschinenbetreiber gelten, deren Sitz sich nicht im europäischen Wirtschaftsraum (EWR) befindet. Dazu gehören neben 27 EU-Mitgliedstaaten noch Island, Liechtenstein und Norwegen.

Stellenmarkt
  1. Manager UX Design (m/w/d)
    Hays AG, Berlin
  2. IT Spezialist (m/w/d) für den 1st Level Support
    Modis IT Outsourcing GmbH, Erfurt, Leipzig (Home-Office)
Detailsuche

Eine längere Speicherung soll nur dann erlaubt sein, wenn die Suchmaschinenbetreiber nachweisen können, dass das "unbedingt notwendig für den Dienst" ist. Die Anbieter behaupten, dass eine längere Speicherung von Daten für die Qualität der Suchergebnisse, aber auch zur Vermeidung von Betrug nötig sei.

Außerdem wollen die Datenschützer festschreiben, welche Daten gespeichert werden dürfen. So rechnen sie zu den persönlichen Daten Cookies und IP-Adressen, da ein Nutzer darüber identifiziert werden könne. Die Speicherung von IP-Adressen sei für die Auslieferung von Suchergebnissen und Werbung "nicht notwendig". Cookies wollen die Datenschützer zukünftig "nicht länger als nachweislich notwendig" gespeichert sehen. Mit ihrer Auffassung stehen die EU-Datenschützer gegen Google und andere US-Unternehmen, die IP-Adressen nicht zu den personenbezogenen Daten zählen.

Ihre Forderungen begründen die EU-Datenschützer mit dem "Recht auf Achtung des Privat- und Familienlebens", das in Artikel 8 der Europäischen Menschenrechtskonvention festgeschrieben ist. Dieses Recht sei, so der Bericht, "der Kern der europäischen Datenschutzgesetze". Die Artikel-29-Arbeitsgruppe kann zwar keine Gesetze erlassen. Allerdings ist zu erwarten, dass ihre Vorschläge in die neuen EU-Datenschutzrichtlinien einfließen werden.

Golem Akademie
  1. Apache Kafka Grundlagen: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    21.–22. März 2022, Virtuell
  2. Java EE 8 Komplettkurs: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    24.–28. Januar 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Es ist nicht das erste Mal, dass die EU-Datenschützer die Datensammlung von Suchmaschinen ins Visier nehmen. Im Sommer 2007 hatten sie Google wegen seiner Datensammlung kritisiert. Der Branchenprimus antwortete daraufhin in einem offenen Brief, dass personenbezogene Daten nach 18 bis 24 Monaten anonymisiert werden. Immerhin reagierte Google auf die Kritik der Datenschützer und verkürzte im Juli 2007 die Lebenszeit von Cookies auf zwei Jahre. Davor wären die Textdateien auf dem eigenen Rechner erst im Jahr 2038 abgelaufen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Raumfahrt
SpaceX-Rakete stürzt voraussichtlich im März auf den Mond

Ob sich Elon Musk so die erste Ankunft einer SpaceX-Rakete auf dem Mond vorgestellt hat?

Raumfahrt: SpaceX-Rakete stürzt voraussichtlich im März auf den Mond
Artikel
  1. G413 SE, G413 TKL SE: Logitech bringt zwei mechanische Tastaturen für weniger Geld
    G413 SE, G413 TKL SE
    Logitech bringt zwei mechanische Tastaturen für weniger Geld

    Normalerweise sind mechanische Tastaturen von Logitech sehr teuer - nicht so die G413 SE und TKL SE. Die verzichten dafür auf RGB.

  2. Deutschland: E-Commerce wird immer mehr zum Normalfall
    Deutschland
    E-Commerce wird immer mehr zum Normalfall

    E-Commerce wird immer mehr als das Normale und Übliche empfunden, meint der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel.

  3. Letzte Meile: Telekom will Preise für VDSL-Vermietung stark erhöhen
    Letzte Meile
    Telekom will Preise für VDSL-Vermietung stark erhöhen

    Die Telekom will von 1&1, Vodafone und Telefónica künftig erheblich mehr für die Anmietung der letzten Meile.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RTX 3090 24GB 2.349€ • RTX 3070 Ti 8GB 1.039€ • 1TB SSD PCIe 4.0 127,67€ • RX 6900XT 16 GB 1.495€ • Razer Gaming-Tastatur 155€ • LG OLED 65 Zoll 1.599€ • Razer Gaming-Maus 39,99€ • RX 6800XT 16GB 1.229€ • GOG New Year Sale: bis zu 90% Rabatt • Razer Gaming-Stuhl 179,99€ [Werbung]
    •  /