• IT-Karriere:
  • Services:

Interview: 'Videos im Internet sind auf dem falschen Weg'

Jesse Patel von der Participatory Culture Foundation im Interview mit Golem.de

Es ist etwas faul bei den Videos im Internet, erklärte Jesse Patel von der Participatory Culture Foundation auf der re:publica 2008. Worin sich das von seiner Stiftung entwickelte System namens Miro von anderen wie iTunes und YouTube unterscheidet, erläutert Patel im Interview mit Golem.de.

Artikel veröffentlicht am ,

"Videos im Internet sind auf dem falschen Weg" - diese These stellte Jesse Patel von der Participatory Culture Foundation in seinem Vortrag auf der re:publica 2008 auf. Die meisten Videos würden von Angeboten wie YouTube vorgehalten, die Inhalte und Nutzer kontrollierten. So könnten die Produzenten von Videos beispielsweise wenig dagegen tun, wenn die Portalbetreiber Videos von ihren Servern entfernen.

Jesse Patel auf der re:publica '08
Jesse Patel auf der re:publica '08

Ziel der Participatory Culture Foundation sei es, diesen falschen Weg zu verlassen und Onlinevideos offener und vielseitiger zu machen. "Wir haben die Chance, ein Medienangebot zu schaffen, das unabhängiger und demokratischer ist als je zuvor", so Patel.

Seit November 2007 steht die Version 1.0 des Internet-Video-Players Miro im Internet zur Verfügung. Im Jahr 2007 wurden laut Patel bereits 2 Millionen Videos damit heruntergeladen. Im Jahr 2008 soll die Zahl auf 6 Millionen steigen. Die Nutzung der Software sei nicht nur auf die USA beschränkt: Nicht einmal 30 Prozent der Miro-Nutzer sind laut Patel Amerikaner. Etwa 22 Prozent der Nutzer kämen aus den deutschsprachigen Ländern, in den rund 4.000 Videokanälen würden auch rund 300 deutschsprachige Videos angeboten. Nun plane Miro auch die Einrichtung einer deutschen Startseite, sagte Patel abschließend und rief Nutzer auf, sich daran zu beteiligen.

Jesse Patel ist der Director of Business Development bei der gemeinnützigen Stiftung Participatory Culuture Foundation, die die Open-Source-Software Miro entwickelt hat. Im Anschluss an seinen Vortrag hatte Golem.de die Gelegenheit, Patel einige Fragen zu stellen.

Stellenmarkt
  1. htp GmbH, Hannover
  2. ConceptPeople consulting gmbh, Hamburg

Golem.de: Warum Miro? Es gibt doch schon viele Videoangebote wie Joost oder YouTube.

Jesse Patel: Wir sind nicht gegen YouTube. Sie machen eine Menge guter Sachen. Wir hätten gern, dass die Nutzer ihre Videos hauptsächlich mit Miro herunterladen, dann könnten wir Einfluss auf YouTube ausüben. Wir ermöglichen es Videoproduzenten, mit ihren Inhalten Geld zu verdienen. Oder wenn jemand sein YouTube-Video auch in HD-Qualität anbieten möchte, ginge das auch über unseren Dienst.

Unsere Idee ist, mit einem offenen, nichtkommerziellen Videoplayer andere Angebote zurückzudrängen. Man kann das Verhalten beeinflussen. Inzwischen hält sich der Internet Explorer an die Webstandards, weil Firefox aufgetaucht ist und sich einen Anteil von 30 Prozent am Browsermarkt gesichert hat.

Golem.de: Warum haben Sie eine eigene Software entwickelt und nicht einfach auch ein Videoportal aufgebaut?

Jesse Patel: Wir wollen nicht als Gatekeeper auftreten. Wir haben lieber eine Technik entwickelt, die es Nutzern ermöglicht, direkt auf Inhalte zuzugreifen. Wir erwägen auch Funktionen für den Browser, etwa ein Plug-in, mit dem ein Nutzer seine bevorzugten Inhalte sammeln oder herunterladen kann. Praktisch alle Funktionen von Miro ließen sich auch in einen Browser integrieren. In gewisser Weise haben wir einen Browser, mit dem Nutzer Videos direkt von den Produzenten herunterladen können. Aber eben ein Browser nur für Videos.

Auf unseren Servern liegen nur die Content-Guides. Die Videos liegen auf den Servern der Produzenten oder, wenn sie YouTube nutzen, bei YouTube. Wir halten keine Inhalte vor, und das ist das Schöne an unserem System.

Unsere Nutzer bekommen viele Inhalte von den unterschiedlichsten Orten, ohne dass wir die Möglichkeit haben, irgendetwas zu zensieren. Wenn der Nutzer etwas mit Miro abonniert, haben wir keine Einflussmöglichkeit darauf. Letztlich ist Miro nichts anderes als ein BitTorrent-fähiger RSS-Aggregator.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Interview: 'Videos im Internet sind auf dem falschen Weg' 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. (aktuell u. a. Asus XG248Q LED-Monitor 389,00€ (Bestpreis!), Emtec SSD 120 GB 15,79€, Xiaomi...
  2. (u.a. Samsung Galaxy Tab A für 195,00€, Huawei MediaPad M5 Lite für 189,00€, Lenovo Tab E10...
  3. 899,00€ (Bestpreis!)
  4. 99,99€

Menno 09. Apr 2008

Öhm, auch. Aber das wäre nicht erwähnenswert. Du abonnierst einen Video-Newsfeed. Und...

Menno 09. Apr 2008

kt

Menno 09. Apr 2008

Miro ist schon ein Player, aber eben nicht nur.

Kein Kostverächter 09. Apr 2008

Oh, es hat funktioniert? Ist es denn tatsächlich so? Dank der Drogenprohibition nimmt...

RunningTux 08. Apr 2008

Also ich muss sagen, Miro läuft hier Spitze. Ich lade gerade den extra3 Videopodcast...


Folgen Sie uns
       


Amazons FireTV Cube mit Sprachsteuerung - Test

Der Fire TV Cube ist mehr als ein Fire-TV-Modell. Er kann auf Zuruf gesteuert werden und wir zeigen im Video, wie gut das gelöst ist.

Amazons FireTV Cube mit Sprachsteuerung - Test Video aufrufen
Interview: Die Liebe für den Flight Simulator war immer da
Interview
"Die Liebe für den Flight Simulator war immer da"

Die prozedural erstellte Erde, der Quellcode vom letzten MS-Flugsimulator und eine Gemeinsamkeit mit Star Citizen: Golem.de hat mit Jörg Neumann über Technik und das Fliegen gesprochen. Neumann leitet bei Microsoft die Entwicklung des Flight Simulator.
Ein Interview von Peter Steinlechner

  1. Flug-Simulation Microsoft bereitet Alphatest des Flight Simulator vor
  2. Microsoft Neuer Flight Simulator soll Fokus auf Simulation legen

Jobs: Spielebranche sucht Entwickler (m/w/d)
Jobs
Spielebranche sucht Entwickler (m/w/d)

Die Hälfte aller Gamer ist weiblich. An der Entwicklung von Spielen sind aber nach wie vor deutlich weniger Frauen beteiligt.
Von Daniel Ziegener

  1. Medizinsoftware Forscher finden "rassistische Vorurteile" in Algorithmus
  2. Mordhau Toxische Spieler und Filter für Frauenhasser

Radeon RX 5500 (4GB) im Test: AMDs beste 200-Euro-Karte seit Jahren
Radeon RX 5500 (4GB) im Test
AMDs beste 200-Euro-Karte seit Jahren

Mit der Radeon RX 5500 hat AMD endlich wieder eine sparsame und moderne Mittelklasse-Grafikkarte im Angebot. Verglichen mit Nvidias Geforce GTX 1650 Super reicht es zum Patt - aber nicht in allen Bereichen.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Workstation-Grafikkarte AMDs Radeon Pro W5700 hat USB-C-Anschluss
  2. Navi-Grafikeinheit Apple bekommt Vollausbau und AMD bringt RX 5300M
  3. Navi-14-Grafikkarte AMD stellt Radeon RX 5500 vor

    •  /