Abo
  • IT-Karriere:

Browser Epiphany wechselt zu WebKit

Gnome-Software lässt Gecko-Backend hinter sich

Wenn die Entwickler eines Mozilla-basierten Browsers ausgerechnet am 1. April bekanntgeben, sie wollten künftig Apples WebKit als Rendering-Engine verwenden, darf man das wohl als unglücklich bezeichnen. So richtig ernst genommen wurde das Epiphany-Team nämlich nicht. Doch offensichtlich meinen die Programmierer des Gnome-Browsers es ernst: In Zukunft soll Epiphany nur noch WebKit unterstützen.

Artikel veröffentlicht am , Julius Stiebert

Der im Rahmen des Gnome-Projektes entwickelte Epiphany-Browser kann schon seit 2007 WebKit als Rendering-Engine verwenden. Mit der Veröffentlichung von Gnome 2.22 hielt diese Funktion auch offiziell Einzug, wenngleich der Anwender sich hierfür den Browser noch selbst kompilieren muss. Traditionell verwendet Epiphany derzeit noch Gecko, die Software des Mozilla-Projektes.

Stellenmarkt
  1. NORDAKADEMIE gemeinnützige AG, Elmshorn
  2. Taunus Sparkasse, Bad Homburg

Doch daraus ergäben sich einige Probleme, schreibt der Browser-Entwickler Christian Persch in einer E-Mail an die Mailingliste seines Projektes. So seien die Release-Zyklen bei Gecko sehr lang. Das Gnome-Projekt hingegen veröffentlicht alle sechs Monate eine neue Version. Zudem würde die Gecko-Entwicklung hauptsächlich durch Firefox vorangetrieben - den Hauptkonkurrenten für Epiphany auf dem Gnome-Desktop. Aber auch auf die Schnittstellen wollen sich die Epiphany-Entwickler nicht verlassen, denn Mozilla plant hier größere Änderungen.

Die momentan verwendete Abstraktionsschicht oberhalb der Webrendering-Engine soll daher komplett verworfen werden und anstatt verschiedene Backends zu verwenden, will sich das Projekt auf eine Engine konzentrieren: WebKit. Dies biete gleich mehrere Vorteile. So zeigen sich die Programmierer von den WebKit-Schnittstellen angetan und schätzen an der Software, dass sie Gnome-Techniken verwendet, etwa Cairo zur Grafikdarstellung. Die Epiphany-Entwickler können sich sogar vorstellen, dass WebKit langfristig GtkHTML ablöst und damit auch von anderen Gnome-Programmen wie Devhelp und Evolution verwendet wird.

Diese großen Änderungen sind für die Epiphany-Version geplant, die mit Gnome 2.24 im September 2008 erscheint. Sollte dies nicht klappen, wird die WebKit-Edition von Epiphany mit Gnome 2.26 veröffentlicht.

WebKits Ursprünge liegen im KDE-Projekt KHTML. Apple spaltete WebKit davon ab und verwendet es mittlerweile für seinen Browser Safari. Aber auch Nokia verwendet WebKit für seinen mobilen Browser und optimierte in diesem Zuge die Rendering-Engine hinsichtlich ihres Speicherverbrauchs und stimmte sie für den Einsatz in Zusammenspiel mit der GUI-Bibliothek GTK+ ab, die von Gnome eingesetzt wird. Es gibt auch Pläne, KHTML und WebKit wiederzuvereinigen, so dass auch KDE schließlich WebKit nutzen würde - die von KDE genutzte GUI-Bibliothek Qt integriert WebKit bereits.

Apple hat schon Interesse bekundet, mit dem Gnome-Projekt zusammenzuarbeiten. Das dürfte im Sinne der Gnome-Programmierer sein. Die investieren nämlich schon viel Arbeit in die GTK+-Portierung der Rendering-Engine, weshalb diese wohl in Zukunft ohnehin vermehrt in Gnome-Anwendungen eingesetzt werden soll.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 279€ (Bestpreis!)
  2. 47,99€
  3. 114,99€ (Release am 5. Dezember)
  4. täglich neue Deals bei Alternate.de

Blair 05. Apr 2008

sehr witzig, fx3 verwendet auch cairo. und fx2 nutzt cairo jetzt schon für svg.

Tanja Hacker 03. Apr 2008

Epiphany mit Gecko-Engine rocksolide Habe ich schon ausprobiert, die Webkit-Engine im...

unterschichtenf... 03. Apr 2008

dann hör doch einfach auf damit.

Spekulant 03. Apr 2008

Naja es ist der momentane Überflieger, guck' dir allein mal an, wieviele...

DigiMike 03. Apr 2008

Bin Windoof-User, wie schaltet man bei Ubuntu das ab? Danke


Folgen Sie uns
       


E-Bike-Neuerungen von Bosch angesehen

Neue Motoren und mehr Selbstständigkeit für Boschs E-Bike Systems - wir haben uns angesehen, was für 2020 geplant ist.

E-Bike-Neuerungen von Bosch angesehen Video aufrufen
iPad OS im Test: Apple entdeckt den USB-Stick
iPad OS im Test
Apple entdeckt den USB-Stick

Zusammen mit iOS 13 hat Apple eine eigene Version für seine iPads vorgestellt: iPad OS verbessert die Benutzung als Tablet tatsächlich, ein Notebook-Ersatz ist ein iPad Pro damit aber immer noch nicht. Apple bringt aber endlich Funktionen, die wir teilweise seit Jahren vermisst haben.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Tablets Apple bringt neues iPad Air und iPad Mini
  2. Eurasische Wirtschaftskommission Apple registriert sieben neue iPads
  3. Apple Es ändert sich einiges bei der App-Entwicklung für das iPad

Mobilfunktarife fürs IoT: Die Dinge ins Internet bringen
Mobilfunktarife fürs IoT
Die Dinge ins Internet bringen

Kabellos per Mobilfunk bringt man smarte Geräte am leichtesten ins Internet der Dinge. Dafür haben deutsche Netzanbieter Angebote für Unternehmen wie auch für Privatkunden.
Von Jan Raehm

  1. Smart Lock Forscher hacken Türschlösser mit einfachen Mitteln
  2. Brickerbot 2.0 Neue Schadsoftware möchte IoT-Geräte zerstören
  3. Abus-Alarmanlage RFID-Schlüssel lassen sich klonen

In eigener Sache: Zeig's uns!
In eigener Sache
Zeig's uns!

Golem kommt zu dir: Golem.de möchte noch mehr darüber wissen, was IT-Profis in ihrem Berufsalltag umtreibt. Dafür begleitet jeder unserer Redakteure eine Woche lang ein IT-Team eines Unternehmens. Welches? Dafür bitten wir um Vorschläge.

  1. In eigener Sache Golem.de bietet Seminar zu TLS an
  2. In eigener Sache ITler und Board kommen zusammen
  3. In eigener Sache Herbsttermin für den Kubernetes-Workshop steht

    •  /