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Wasserstoff-Algen sollen Energie der Zukunft produzieren

Hydrogenase als Alternative zur Ethanol-Gewinnung durch Fermentation. Die steigenden Ölpreise sorgen weltweit dafür, dass fieberhaft alternative Energiequellen gesucht werden. Forscher am Argonne National Laboratory des US-Energieministeriums arbeiten an der Modifikation einer Algenart, mit der künftig Wasserstoff gewonnen werden soll.
/ Jens Ihlenfeld
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Die Algenzucht hat gegenüber der in den USA stark ausgeweiteten Ethanol-Gewinnung(öffnet im neuen Fenster) durch Fermentation einen gewaltigen Vorteil: Sie läuft ohne künstliche Energiezufuhr von außen ab, während die weitere Verarbeitung der alkoholhaltigen Maische bei Bioethanol hingegen aufwendige und energieintensive Destillations- und Refraktionsverfahren erfordert.

Bei der Herstellung von Ethanol-Biokraftstoffen wird vornehmlich Mais und Zuckerrohr eingesetzt, die dann auf dem Lebensmittelmarkt fehlen und dort zu Preissteigerungen führen können, wenn gleichzeitig die Anbauflächen nicht ausgeweitet werden.

Algen, die unter bestimmten Bedingungen Wasserstoff erzeugen können, benötigen für ihr Wachstum praktisch keine künstliche Energiezufuhr. Der chemische Prozess, bei dem hier Wasserstoff entsteht, wird durch das Enzym Hydrogenase ermöglicht. Der Wirkungsgrad ist in der Natur allerdings extrem gering – die Biotechnik soll nun dafür sorgen, dass die Algen mehr Wasserstoff produzieren.

Der Wirkungsgrad müsste auf 5 bis 10 Prozent gesteigert werden, um den Prozess wirtschaftlich sinnvoll einsetzen zu können, so der Chemiker David Tiede vom Argonne National Laboratory.

Wasserstoff-Bioreaktoren(öffnet im neuen Fenster) könnten im Gegensatz zu Ethanol-Destillerien in geschlossenen Tanks fast überall aufgestellt werden – inklusive Wüstengebieten und Hausdächern. Außerdem konkurrieren sie im Gegensatz zu Bioethanol nicht um Anbauflächen mit Lebensmitteln. Nach Angaben von Tiede ist die Entwicklung aber noch ganz am Anfang, während die Bioethanol-Fabriken in den USA schon lange produktiv arbeiten.


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