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Interview: "Daten brauchen ein Verfallsdatum"

Golem.de: Manche Anbieter haben aber ein Interesse daran, die Daten ihrer Nutzer möglichst lange zu speichern. Wie wollen Sie die dazu bringen, dass sie dabei mitspielen?

Mayer-Schönberger: Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn ein Nutzer, der bei Google eine Suchanfrage stellt und, wenn er gefragt wird, wie lange diese Suchanfrage im Google-Gedächtnis gespeichert werden solle, 99 Jahre angibt. Dann soll diese Anfrage eben 99 Jahre gespeichert werden. Aber er soll das Ablaufdatum bestimmen und nicht Google.

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Golem.de: Welche Daten sollen denn überhaupt mit einem Verfallsdatum versehen werden?

Mayer-Schönberger: Alle.

Golem.de: Also nicht nur die im Internet oder speziell in Social Networks?

Mayer-Schönberger: Genau. Ein Beispiel, das ich immer wieder gern verwende, sind Digitalfotos. Auch die können mit einem Ablaufdatum versehen werden. Die Fotos, die uns besonders gut gefallen, bekommen dann eben ein Ablaufdatum von 99 Jahren oder noch länger. Die anderen, die auf unseren Festplatten herumliegen, weil wir zu faul zum Löschen waren, könnten nach ein paar Jahren gelöscht werden. Wenn der 27. unscharfe Sonnenuntergang verschwindet, ist das kein Verlust.

Golem.de: Sie wollen also, dass auch die Daten auf der Festplatte verfallen.

Mayer-Schönberger: Ja, ich plädiere für eine Informationsökologie. Das gilt auch für Word-Dokumente. Wenn ich zum Beispiel einen Text schreibe, speichere ich ihn als Dokument ab. Ändere ich den Text, speichere ich diese Version unter einem anderen Namen und so weiter. Es ist aber unwahrscheinlich, dass ich die alten Versionen nach Fertigstellung nochmals brauche. Ich bewahre sie aber zur Sicherheit trotzdem auf - es kostet ja nichts. Ich könnte die vorläufigen Versionen aber ebenso gut mit einem Ablaufdatum von sagen wir 2 Jahren versehen. Die Endfassung eines Textes kann ich ja länger aufbewahren.

Entwürfe von Briefen aufzubewahren, die nie abgeschickt worden sind, ist in der Regel sinn- und nutzlos. Das bewusste Löschen dieser Informationen hingegen bedeutet, zu verstehen, dass es wichtig ist, Informationen loszulassen und sich klarzumachen, dass sie für das Hier und Jetzt keine Relevanz mehr haben.

Es ist, als sehe man seinen Kleiderschrank durch, um alle Kleidungsstücke wegzuwerfen, die man in den letzten drei Jahren nicht mehr getragen hat. Wenn man das macht, fällt einem auf, dass einem die weggeworfenen Stücke gar nicht fehlen. Das gilt auch für Informationen.

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Langzeitleser 12. Jan 2009

Ich, wie man unschwer erkennen kann. Sogar Deinen Kommentar. ;)

raccoon 03. Apr 2008

FULL ACK

raccoon 03. Apr 2008

genau darum geht es, so soll es net sein. auch passiert es schonmal dass man ein...

raccoon 03. Apr 2008

keiner hat lust darauf dass ein Youttubevideo was er mal als spass für seine kolegen...

Jay Äm 03. Apr 2008

Nein, das ist eine deutsche Unart. Wenn ich an die amerikanischen User denke, die ich...


Das Frage-Blog / 04. Apr 2008

maltekuklau.de / 02. Apr 2008

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