Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Acid3-Test: Webkit und Opera erreichen 100 Punkte (Update)

Weiterer Fehler im Acid3-Test behoben. Wenn es um Fehlerbehebungen geht, liegen das Webkit-Projekt von Apple und der norwegische Browser-Hersteller Opera mit ihren Browser-Engines offenbar ganz vorne. Beide Browser haben den Acid3-Test fast bestanden und 100 Punkte erreicht. Nur kleine Fehler sollen die beiden Projekte noch plagen, darunter einige kosmetische und der Umstand, dass der Acid3-Test selbst nicht ganz fehlerfrei ist. Wer jetzt tatsächlich Erster war oder ist, ist derzeit schwer auszumachen.
/ Andreas Sebayang
84 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Von den 100 Einzeltests, die sich in weitere kleine Tests unterteilen, sollen sowohl Opera in einer internen Version als auch Nightly-Builds von Webkit den Acid3-Test soweit bestehen, dass zumindest die Äußerlichkeiten stimmen. Damit haben Entwickler der beiden Browser nicht einmal einen Monat seit der Fertigstellung des Acid3-Tests gebraucht, um die bestehenden Fehler auszumerzen und die in Teilen fehlende Unterstützung bestehender Standards hinzuzufügen.

Verglichen mit dem Acid2-Test ist dies eine deutliche Geschwindigkeitssteigerung. Der auf Cascading Stylesheets spezialisierte Test offenbarte grundlegende Probleme in den meisten Browser-Engines, so dass die Behebung dieser Probleme bei einigen Herstellern mitunter noch andauert . Opera und Webkit sind offenbar flexibel genug, um Fehler deutlich schneller zu beheben.

Als Erstes meldete Opera am Abend des 26. März 2008 das Bestehen des Tests(öffnet im neuen Fenster) , allerdings in einer öffentlich nicht zugänglichen Version und mit Einschränkungen. Zumindest optisch soll der Test bestanden sein. Die Entwickler weisen jedoch darauf hin, dass die interne Version noch Probleme hat. Opera hat in den letzten Monaten, seitdem der Acid3-Test angekündigt wurde , an vorhandenen Fehlern im Browser gearbeitet und noch fehlende Standards hinzugefügt. Ob und wann die Fortschritte der internen Version in offizielle Opera-Versionen übernommen werden, ist noch nicht klar.

Firefox-Entwickler Asa Dotzler gratulierte Opera(öffnet im neuen Fenster) dann auch gleich zu dem Erfolg. Keine 7 Stunden später, während die Opera-Entwickler in Norwegen vermutlich bereits im Bett lagen, musste der Entwickler des Acid3-Tests (Ian Hickson) nach Mitternacht einen Fehler im Test selbst beheben(öffnet im neuen Fenster) , auf den ihn Apple-Entwickler hinwiesen. Ob Opera den Test jetzt immer noch besteht, ist derzeit nicht bekannt.

Das Webkit-Projekt hingegen konnte noch in der Nacht (nachmittags Ortszeit, da die Entwickler zum Teil in den USA arbeiten) ein erfolgreiches Bestehen vermelden. Die Webkit-Engine, die unter anderem auch für den Unterbau von Apples Safari verantwortlich ist, soll nur bei der Animation nicht das gewünschte Ergebnis liefern, da diese nicht ganz flüssig abläuft. Kleinere Probleme soll es, wie bei Opera, auch noch geben.

Aufgrund einiger Tests, die eher subjektiv beurteilt werden, wie etwa eine flüssige Animation, bleibt abzuwarten, welcher Browser tatsächlich als erster über die Ziellinie kommt. Wird nur das Referenzbild(öffnet im neuen Fenster) als Grundlage genommen, ist das Webkit-Entwicklungsteam fertig. Das Bestehen des Tests bedeutet keinesfalls eine komplette Unterstützung aller Standards. Gerade bei der SVG-Unterstützung, die auch im Acid3-Test teilweise abgefragt wird, soll das Webkit-Projekt nicht sonderlich weit sein(öffnet im neuen Fenster) . Hier liegt Opera deutlich vor Webkit.

Bei Firefox gehen die Meinungen über Acid3 auseinander: Der Test offenbart zwar auch bei dem Mozilla-Browser einige Fehler, dennoch beteiligt sich Firefox nicht am Wettrennen, da sich die Entwickler derzeit kurz vor der Veröffentlichung von Firefox 3 befinden und nur noch kritische Fehler ausgebügelt werden. Der Acid3-Test ist also in einem ungünstigen Moment erschienen. Zudem kritisieren die Firefox-Entwickler den Test zumindest in Teilen. Die Meinungen gehen dabei von nutzlos(öffnet im neuen Fenster) bis hin zu in Teilen gute Ansätze(öffnet im neuen Fenster) .

Fehlerbehebungen, die Acid3 betreffen, werden von den Firefox-Entwicklern zwar eingereicht, jedoch vorerst nicht in den aktuellen Entwicklungszweig von Firefox aufgenommen. Zu riskant ist es derzeit, durch die Behebung eines Fehlers einen neuen einzubauen.

Das Webkit-Projekt muss sich um so etwas keine Sorgen machen. Webkit-Endversionen gibt es nur in Form anderer Browser, die die Engine nutzen. Opera befindet sich auch noch früh genug in der Entwicklung, um sich am Acid3-Test auszutoben, wobei in der Vergangenheit Fortschritte von Testversionen für die Endversion wieder herausgenommen wurden.

Während sich Opera-Nutzer noch eine Weile gedulden müssen – Opera möchte erst in den nächsten Tagen eine neue Testversion öffentlich zugänglich machen -, können Webkit-Nutzer die aktuellen Nightly-Builds herunterladen und sich vom Fortschritt der Browser-Engine selbst überzeugen.

Bei Nightly-Builds besteht jedoch immer die Gefahr, dass der Browser gar nicht funktioniert. Von Webkit erscheinen teilweise mehrere Builds am Tag, die immer mal wieder Fehler beinhalten können und die vor der Veröffentlichung praktisch nicht getestet werden. Golem.de hat den Build r31368 unter Windows erfolgreich testen können. Webkit steht sowohl für MacOS X als auch Windows unter nightly.webkit.org(öffnet im neuen Fenster) zur Verfügung.

Bis die Verbesserungen des Webkit-Browsers und Opera in einen richtigen Browser Einzug halten, dürfte noch eine Weile vergehen. Derzeitig liegt Safari mit 75 Punkten an erster Stelle(öffnet im neuen Fenster) . Opera wird voraussichtlich noch dieses Jahr die neue Version 9.5 veröffentlichen und hat derzeit zumindest das Potenzial, die Führung bei veröffentlichten Browsern zu übernehmen.

Nachtrag vom 28. März 2008 um 16:20 Uhr:
Mittlerweile hat Opera eine Testversion des Browsers veröffentlicht , mit dem das Bestehen des Acid3-Tests überprüft werden kann. Diese spezielle Version ist für Windows und Linux verfügbar.


Relevante Themen