OpenStreetMap: GPStogo - GPS-Hilfe für Entwicklungsländer

OpenStreetMap ist mehr als nur eine einfache Straßenkarte, die von lauter Freiwilligen mit gut ausgestatteter Technik rund um den Globus erstellt wird. Die "Mapper" sammeln Daten von Geschäften, Gebäuden, Telefonzellen, kleinen Trampelpfaden und allem anderen, das möglicherweise von Interesse ist. Ob die Daten dann auch angezeigt werden, entscheidet die jeweilige Kartensoftware.
Für Bewohner von Entwicklungsländern (Wikipedia-Liste)(öffnet im neuen Fenster) kann der Kauf der manchmal notwendigen GPS-Empfänger zum Sammeln der genannten Daten eine nicht zu unterschätzende finanzielle Herausforderung sein. Wissen allein und der Zugang zum Internet reichen in diesen Ländern nicht unbedingt aus. Genau für diesen Fall hat die OpenStreetMap-Foundation ein eigenes Projekt ins Leben gerufen: GPStogo(öffnet im neuen Fenster) .
Für GPStogo werden nur aktive Teilnehmer des OpenStreetMap-Projekts zugelassen. Für die Teilnahme am Projekt ist ein GPS-Empfänger nicht zwingend notwendig, da es in vielen Bereichen genug Personen oder Firmen mit GPS-Empfängern gibt, die Daten spenden oder Quellen – wie etwa Yahoo -, die die Nutzung ihrer Daten dem OpenStreetMap-Projekt in Teilen erlauben(öffnet im neuen Fenster) .
In einem Entwicklungsland kann es jedoch dazu kommen, dass GPS-Daten gar nicht erst vorhanden sind. Während in den reichen Ländern sich selbst in Dörfern der ein oder andere mit einem GPS-Empfänger findet, dürfte dies in Entwicklungsländern selbst in größeren Siedlungen ein Problem sein, insbesondere, da das OpenStreetMap-Projekt in solchen Ländern nicht viel Bekanntheit genießt und durch mangelnde Infrastruktur (Computer, Internetzugang) zusätzliche Nachteile in Kauf nehmen muss.
Der aktuelle Stand der Karte zeigt dieses Problem zum Teil: In vielen Ländern nimmt die Genauigkeit des Kartenmaterials rapide zu. Verglichen mit dem Oktober 2007 , in dem Golem.de die ersten Schnappschüsse gemacht hat, legen europäische Länder deutlich zu. Ein gutes Beispiel ist Spanien, das im Oktober 2007 noch fast eine OSM-Wüste war. Wie schnell es gehen kann, zeigt auch eine Animation der bayerischen Landeshauptstadt München(öffnet im neuen Fenster) , die den OSM-Fortschritt vom August 2006 bis September 2007 eindrucksvoll nachzeichnet.
In Entwicklungsländern hilft hingegen auch ein höherer Bekanntheitsgrad nicht weiter. Nur in den wenigen Touristenregionen lassen sich einige Details ausmachen. Diese helfen allerdings in erster Linie eben nur diesen Touristen, die nur bestimmte Routen ablaufen. Bisher hat GPStogo drei potenzielle Empfänger für die GPS-Leihgeräte(öffnet im neuen Fenster) , die aus Nigeria, von den Philippinen und aus Nepal kommen. Weitere Interessenten aus Entwicklungsländern ruft die OpenStreetMap-Foundation dazu auf, sich in nächster Zeit zu melden.
Das OpenStreetMap-Projekt ist derweil weiter am Wachsen und wie es weitergehen kann, können die Mapper auf einer jährlich stattfindenden OpenStreetMap-Konferenz in Erfahrung bringen. Mittlerweile steht der Ort für die zweite 'State of the Map'-Konferenz fest: Die OSM-Gemeinde hat sich für Limerick in der Republik Irland entschieden und ruft derzeit zu Beiträgen für die Konferenz auf. Irland ist noch vergleichsweise dünn mit GPS-Pfaden besiedelt und liegt trotzdem nah genug am Heimatland des OSM-Projekts, so dass einige Teilnehmer der letzten Konferenz die östliche Region von Irland mit wenig Problemen ansteuern können.