E-Plus-Chef sieht Ende des klassischen Mobilfunks kommen
Um für die erwartete Rolle als Datentransporteur gerüstet zu sein, will E-Plus 2008 den Großteil seiner Netzinvestitionen in eine verbesserte UMTS-Versorgung stecken, so Dirks gegenüber der Berliner Zeitung(öffnet im neuen Fenster).
Künftig sollen auch die bisherigen GSM-Frequenzen für UMTS freigegeben werden. T-Mobile und Vodafone besitzen hier nach Dirks' Angaben mehr als doppelt so viel Spektrum im Frequenzbereich von 900 Megahertz, sagte er der Berliner Zeitung. Um eine Gleichbehandlung zu ermöglichen, fordert er für sein Unternehmen davon einen Teil ein. Auch die nicht mehr benötigten Frequenzen für die analoge TV- Übertragung, die sich zur Breitbandversorgung im ländlichen Raum einsetzen ließen, könnten so noch zum Zankapfel werden.
Auch wenn das bisherige Sprachtelefoniegeschäft wegfällt, sieht Dirks keine Bedrohung für E-Plus. Nokias Strategie, die Konsumenten durch Bildarchive, Musikangebote und Kontaktbörsen stärker an sich zu binden, sieht Dirks nicht kritisch. Er will jedoch ein anderes Feld bearbeiten und Webplattformen für Unternehmen und nicht für Konsumenten anbieten.
Der E-Plus-Chef wich in dem Interview der Frage aus, ob das Unternehmen künftig auch werbefinanzierte Gratisgespräche anbieten wird. Werbe-SMS schloss er jedoch kategorisch aus. Ihm schwebt eine Plattform vor, auf der Unternehmen mit ihrer Zielgruppe mittels Mobilfunk Kontakt aufnehmen können. Der Kunde solle jedoch "den Regler dafür in seiner Hand halten".
Rückwirkend sieht sich Dirks durch die Einführung von Base und Simyo in seiner Strategie bestärkt, die E-Plus-Gruppe grundlegend zu verändern. 2007 konnte E-Plus als einziges deutsches Mobilfunkunternehmen bei Gewinn und Umsatz zulegen und deklassierte damit die Konkurrenz.
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