FBI ködert Kinderporno-Kunden
Den Köder legte ein FBI-Agent, indem er in einem Diskussionsforum Links veröffentlichte. Diese sollten auf eine Website mit kinderpornografischem Material verweisen. Statt auf einem Server mit Kinderpornografie landeten die Nutzer direkt auf einem geheimen Server der Behörde. Die vermeintlichen Videos entpuppten sich als harmlos.
Weniger harmlos war jedoch, was auf den Abruf folgte: Die Beamten ermittelten die IP-Adressen, von denen die Site aus aufgerufen wurde, und verhafteten die Verdächtigen. Dabei beschlagnahmten sie auch Computer- und Videoausrüstung, Briefe, Bankunterlagen und Kreditkartenabrechnungen.
So wurde etwa ein Doktorand einer Universität in Philadelphia im Februar 2007 verhaftet und wegen des Versuches, sich kinderpornografisches Material zu verschaffen, im November 2007 für schuldig befunden. Ihm drohen nun drei bis vier Jahre Gefängnis. Am 22. April 2008 soll das Strafmaß verkündet werden.
Die Anwältin des angeklagten Doktoranden hält die FBI-Methode für nicht angemessen. Das Beweismaterial reiche nicht aus, um nachzuweisen, dass ihr Mandant "ausdrücklich beabsichtigte, Kinderpornografie herunterzuladen". Dieser Nachweis sei jedoch notwendig, um den Versuch zu begründen, schrieb sie in einer Eingabe an das Gericht.
Nach Angaben des US-Branchendienstes CNet(öffnet im neuen Fenster) haben mehrere Richter das Vorgehen des FBI gebilligt und Haftbefehle für diejenigen ausgestellt, die dem Link gefolgt sind.
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