Microcode der ATI-Grafikkarten für 3D-Treiber unter Linux
Der Microcode eines Prozessors ist eine maschinennahe Abstraktionsebene für die Programmierung. Statt die Register des Prozessors direkt zu programmieren, was genaue Kenntnisse der Hardware voraussetzt, kann man die Befehle des Microcodes über eine Hochsprache wie C verwenden. Da sich gerade bei Grafikprozessoren die Hardware rund alle 18 Monate stark weiterentwickelt, ist ein Microcode die eleganteste Möglichkeit, die GPUs recht nah an der eigentlichen Maschine zu programmieren.
Für alle GPUs der Radeon-Serie vom R100 (Serie Radeon 7000) bis zum RV620 (Serie Radeon HD 3400) hat AMD nun den Microcode freigegeben. Der Entwickler des Mesa-3D-Frameworks Alex Deucher bestätigt das in der Mailing-Liste(öffnet im neuen Fenster) des Projekts. Mit der freien Grafikbibliothek Mesa 3D lassen sich Implementationen der 3D-Schnittstelle Open GL für Linux erstellen, so dass letztlich Open-GL-Programme auf die Grafiktreiber zugreifen können.
Noch einfacher wäre die Entwicklung, wenn AMD die Register aller GPUs direkt dokumentieren würde. Auf den Open-GPU-Seiten(öffnet im neuen Fenster) von AMD ist das bereits für einige Chip-Familien wie den R300 (Serie Radeon 9500 bis 9800) und den RS690 (Serie Radeon X1200) geschehen. Wer jedoch die Register kennt, weiß auch genau um die Funktionsweise der Prozessoren, so dass Hardwarekonkurrenten leicht abkupfern können. Daher veröffentlicht AMD bisher nur die Registerdokumentationen für ältere GPUs.
Für die aktuellsten Grafikprozessoren der Familien RV670 und RV690 (Serie Radeon HD 3800) hat AMD auch den Microcode daher noch nicht freigegeben. Seine proprietären Linux-Treiber kann AMD unter anderem aus rechtlichen Gründen nicht offenlegen, wie das Unternehmen in einem Interview erklärte.
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