EU-Breitbandversorgung teilweise besser als in den USA
Im Jahr 2007 kamen in der EU 19 Millionen neue Breitbandanschlüsse hinzu, was einem Zuwachs von über 50.000 Privathaushalten pro Tag entspricht. Der Gesamtumsatz des Breitbandsektors wird auf 62 Milliarden Euro geschätzt. Für ganz Europa liegt der Versorgungsgrad derzeit bei 20 Prozent.
Das europäische Regulierungsmodell sei darauf ausgerichtet, den Wettbewerb auf den Telekom-Märkten zu steigern, "und nun sehen wir die ersten Früchte", kommentiert Viviane Reding, die für Telekommunikation zuständige EU-Kommissarin, die Zahlen. Allerdings bleibe noch viel zu tun, denn beispielsweise sei der Wettbewerb beim Zugang zum Festnetz noch immer eingeschränkt: 86,5 Prozent der Kunden erhalten ihn noch immer über die Infrastruktur des etablierten Betreibers. Außerdem betätigen sich nur 30 Prozent der großen Telekom-Unternehmen in der EU auch außerhalb ihres Heimatmarktes, obwohl die Technik an sich keine Grenzen kennt.
Die etablierten Betreiber kontrollieren über 46 Prozent der Breitbandanschlüsse, und in 7 Mitgliedstaaten sogar über 60 Prozent der Breitbandverbindungen. In Zypern, Luxemburg und Finnland liegt der Marktanteil des etablierten Betreibers bei über 70 Prozent. In Deutschland liegt dieser Wert bei knapp 50 Prozent.
Die Mobilfunk-Terminierungsentgelte (MTR) sind zwar 2007 gesunken, es bestehen aber immer noch große Unterschiede in der EU. Das EU-weit höchste Terminierungsentgelt ist zehnmal so hoch wie das niedrigste: 1,9 Cent/Minute in Zypern, 22,4 Cent/Minute in Estland.
Auch die Übertragung der Rufnummern wird in der EU uneinheitlich gehandhabt. In Irland und Malta dauert der Mobilfunk-Betreiberwechsel nur einen Tag, in Italien und der Slowakei dagegen 20 Tage.
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